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Der Sturm ums Wasserglas.

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Immer mehr Wirte wollen Geld für Wasser. Ein Glas Wasser kann schon mal 2 Euro oder noch mehr kosten. Für mich ist das absolut undiskutabel. Ein Lokal, wo Geld für Wasser verlangt wird, hat mich das letzte Mal gesehen.

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht darum, dass Leute in ein Lokal kommen und nichts außer Wasser konsumieren (so einen Fall kann ich mir eh nicht vorstellen).

Es muss dem Gast aber freigestellt sein, zum Essen eben nichts anderes als gewöhnliches Wasser zu trinken. FREI gestellt - das Wasser muss selbstverständlich gratis sein (schon beim Wort "gratis" für Wasser verbiegt es mir die Finger!).

Mich widert die Kleinlichkeit an. Kleinlichkeit? Naja, vielleicht ist es keine. Die Idee Geld, sogar viel Geld für Wasser zu verlangen kommt ja daher, dass in Österreich (nicht nur hier, aber ich geh eben hier in ein Lokal) Getränke aberwitzig teuer sind. Und wenn diese Einnahme ausfällt, weil die bockigen Gäste partout Wasser trinken wollen, dann muss das Wasser eben auch einen aberwiitzigen Peis haben.

Beispiel gefällig: Im schönen Restaurant am Kaunertaker Gletscher kostet ein 0,2 Liter Glas Coca Cola 3,50 EURO. Nullkommazwei Liter! Das ganze mal 5 - und wir haben einen Literpreis von 17,50 Euro. Nur Druckertinte ist noch teurer.

Selbstverständlich kommt hier das - typisch österreichische - "Topologie-Argument" ins Spiel: Österreich ist ja bekanntlich das einzige Land der Welt, wo es Berge gibt. Daher mus alles, was ingendwie transportiert wird (also sowieso alles) wegen der furchtbaren "Topologie" Österreichs entspechend "beaufschlagt" werden. Warum dann ausgerechnet an Autobahntankstellen der Sprit erheblich teurer ist als im hintersten Eck eines versteckten Hochtals, bleibt ein dunkles Rätsel. - Übringens muss auch am Kaunertaler Gletscher das Coca Cola nicht mehr vom ausgemergelten Knecht Hias mit der Buckelkraxn oder per Maultier raufgeschleppt werden.

Ortswechsel: Amerika! Lassen wir die unbeleuchteten amerikanischen Luxusrestaurants einmal außer Acht (Merke: je finsterer desto vornehmer desto teurer) - in Amerika musst Du zwar (auch wenn das Lokal völlig leer ist) warten, bis dirch wer zu einem Tisch führt: "Please wait to be seated". Aber wenn Du sitzt

1. kommt sofort einer und nimmt die Bestellung auf. Und der bringt einen Krug Wasser (das hat ca. Null Grad, damit die vielen Eiswürfel nicht so schnell zergehen). Würde man den fragen, was das kostet, ruft der bestimmt die Polizei an weil er fürchtet, der verrückte Gast könnte ihm was antun.

2. und Du hast Kaffee bestellt, rennt ständig wer herum für "refills". Du kannst literweisr Kaffee haben mit einer Bestellung. Und entgegen hier verbreiteter Meinung ist der Kaffee durchaus in Ordnung.

3. und Du hast ein "soda" bestellt (das ist so gut wie jede Limonade, also Coca Cola usw.) wird meist ebenfalls beliebig nachgeschenkt oder es gibt im Lokal einen "soda fountain", wo man sich das "Soda" selbst unbeschränkt zapfen kann.

Was sich wohl amerikanische Touristen denken, wenn sie sich in ein Wiener Kaffeehaus verirren?


Ganz ausgezeichneter Beitrag,denn warum sollte man nicht das gute Wiener Wasser trinken wollen ?

-- Glaubauf Karl, Freitag, 19. Juli 2013, 13:55


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-- Lechner Peter, Freitag, 19. Juli 2013, 17:03


Aus ORF Online vom 2. April 2014:

Bild 'wasser'

Meine Antworten:

1. In ein Restaurant, wo für Wasser etwas verlangt wird, gehe ich nicht.

2. Läßt sich Pkt. 1 nicht vermeiden: In einem Restaurant, wo für Wasser etwas verlangt wird, bestelle ich kein Getränk. Das halte ich aus, ich muss zum Essen nicht unbedingt was trinken. Ich habe auch schon eine beim Kellner aufgegebene Bestellung widerrufen, wenn ein anderer Gast aus meiner Tischgesellschaft Wasser wollte und dafür hätte zahlen müssen. Was, wenn der Kellner ein Gesicht macht? Das Gesicht kostet ihn 10 % der Rechnung als Trinkgeld, denn: auch für ein Gesicht muss jetzt bezahlt werden!

Für Wasser Geld zu verlangen ist eine Schweinerei. Das darf man sich nicht gefallen lassen. Vielleicht wollen sie demnächst auch fürs Licht, fürs Klopapier oder - seit Menschengedenken Unsitte in Italien - fürs Gedeck Geld haben.

-- Lechner Peter, Mittwoch, 2. April 2014, 12:23