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Die jetzt in der StVO vorgeschriebene „Rettungsgasse“ verfolgt die grundsätzlich gute Idee, Rettungsfahrzeugen bei einem Stau auf Autobahnen und Schnellstraßen freie Fahrt zu verschaffen.

Das Beste an dieser Idee ist, dass sie bei den Autofahrern Bewusstsein schafft, sich in Stausituationen so zu verhalten, dass Rettungsfahrzeuge durchkönnen. Das beabsichtigte Ziel erreicht die Rettungsgasse allerdings in den meisten Fällen nicht, bringt dafür aber andere Probleme:

1. Die RG muss schon gebildet werden, ehe der Stau eintritt. Im Stau geht dann nichts mehr. – Wie das vor dem Stau gehen soll, kann ich mir praktisch nicht vorstellen.

2. Es ist gefährlich, sich bei fließendem Verkehr (außer der Stau ist schon fast „fertig“) an der Bildung einer Rettungsgasse durch Wechseln in die linke Spur zu beteiligen. Abgesehen davon: man würde sofort rechtsüberholt (siehe Pkt. 4).

3. Wie verhält man sich in folgender Situation: Auch wenn man nichts dafür kann, dass man in einer Rettungsgasse „übrigbleibt“, weil links und rechts kein Platz ist und auch keiner gemacht werden kann – und hinter dem die Rettungsgasse blockierendem Fahrzeug kommen Rettungsfahrzeuge? Darf (muss) ich denen so lang vorherfahren, bis wo eine Lücke zum Ausscheren ist? Das hält wohl kein Autofahrer aus (ob es überhaupt erlaubt ist, habe ich noch nicht geprüft – nach der StVO war es bisher es sogar geboten, aber das war vor dem Rettungsgassen-Gebot). Man kann sein Auto ja nicht unter den Arm nehmen und wegtragen. (Wer kennt das ohnmächtige Gefühl nicht, wenn man beim Linksabbiegen auf einer Kreuzung stehend verhungert, weil der entgegenkommende Verkehr noch bei dunkelgelb fährt – und die Fahrzeuge mit der Grünphase von beiden Seiten auf einen zubrausen.

4. Es wird gestraft werden. Und zwar falsch, weil die Falschen! Denn richtig wäre, das strikte Einhalten des lt. StVO zwingenden Rechtsfahrgebotes durchzusetzen. Das würde nicht jedes Problem der Zufahrt für Rettungsfahrzeuge lösen, aber sehr viele - und dazu viele Unfälle vermeiden und das Autofahren insgesamt sicherer machen. – Schönen Gruß an die junge Dame, die – stellvertretend für viele träumende und/oder telefonierende Autofahrerinnen beiderlei Geschlechts – neulich bei wenig Verkehr auf der Südautobahn von Wien bis zur Gabelung zur Semmering-Schnellstrasse in der mittleren Spur gefahren ist, mit ca. 80 km/h.


Gibt es "Autofahrerinnen beiderlei Geschlechts"?

-- Büchler Josef, Sonntag, 8. Januar 2012, 14:56


Warum sollte es nicht funktionieren? - In Deutschland ist sie seit 1982 Gesetz und funktioniert in den meisten Fällen auch - für uns sie neu aber auch erlernbar.

Zum Punkt 3. Vor dem Einsatzfahrzeug herfahren, bis man Platz findet ist erlaubt. Auch jetzt darf ein solches Fahrzeug bereits auch eine Rote Ampel überfahren (mit Vorsicht natürlcih - aber das muss das Einsatzfahrzeug auch)
--Gruber Karl, 2012-01-08

-- Gruber Karl, Sonntag, 8. Januar 2012, 22:52


Das Problem wird ein bisschen aufgebauscht? Wie kann man bei der Bildung einer Rettungsgasse übrigbleiben- dann hat man sich bereits falsch verhalten. Einen Stau, der im Begriff ist, sich zu bilden kann man doch auch nicht übersehen? Wenn keine freie Fahrt mehr möglich ist und sich z.B. Kolonnenverkehr bildet ist halt eben schon die Rettungsgasse zu bilden.


Weiters hat das Argument der telefonierenden Autofahrerin, die mit 80km/h fährt doch bitte auch nichts mit der Rettungsgasse zu tun. So sprechen Sie jedem Autofahrer, der sich falsch verhaltet ab, überhaupt ansatzweise fähig zu sein, eine Rettungsgasse zu bilden- also simpel nach rechts oder links zu lenken. Mal abgesehen davon, dass nicht nur Frauen sich im Verkehr oft daneben benehmen!

-- Unbekannt, Montag, 9. Januar 2012, 09:17


Retter fordern die Abschaffung der Rettungsgasse:

http://kurier.at/nachrichten/4507362-rettungsdienst-gegen-rettungsgasse.php

Wenig überraschend ...

-- Lechner Peter, Donnerstag, 9. August 2012, 08:51


Rettungsgasse wird zum Polit-Skandal:

http://kurier.at/nachrichten/4507531-rettungsgasse-wird-jetzt-zum-polit-skandal.php

-- Lechner Peter, Freitag, 10. August 2012, 12:01


I told you so:

Unbenannt.PNG

-- Lechner Peter, Freitag, 29. März 2013, 08:13


I told you so!

Aus Kurier-online vom 29. 3. 2013:

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Zitate aus dem diesbezüglichen "Kurier"-Atikel:

"Aus dem Büro von Verkehrsministerin Doris Bures hieß es gestern nur: „Es ist nicht so, dass die Rettungsgasse nicht funktioniert, sondern die Autofahrer bilden sie nicht.“ Dieses verbale Gustostückerl muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! (Es ist bekannt, dass das Büro der Fr. VerkehrsministerIn gendergerecht, d. h. ausschließlich mit Frauen besetzt ist.)

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"Die von Asfinag und Bures versprochenen vier Minuten Zeitersparnis für die Zufahrt zu den Einsatzorten ist jedenfalls in weite Ferne gerückt. Eine Untersuchung von Notruf 144 in Niederösterreich ergab, dass es praktisch keine Verbesserung gab. Die genauen Zahlen werden unter Verschluss gehalten."

"Großer Verlierer dürften auch die Nachbarländer sein. In Südtirol rief das Rote Kreuz vor zwei Wochen zu einem Krisengipfel. Das Thema: Die österreichischen Autofahrer bilden auf italienischen Autobahnen eine Rettungsgasse, die anderen Lenker hingegen nicht. Auf den Hauptverkehrsrouten kommt es deshalb zu brenzligen Situationen mit ausscherenden Fahrzeugen."

-- Lechner Peter, Freitag, 29. März 2013, 08:36


die praxis zeigt, dass die rettungsgasse nicht funktioniert...

-- Glaubauf Karl, Freitag, 29. März 2013, 14:12


Aus "Kurier online" vom 3. Februar 2014:

Bild 'rettungsgasse'

-- Unbekannt, Montag, 3. Februar 2014, 19:53