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Jeanne d´Arc#


Mit dem 6. Jänner haben die Feiern um Jeanne d´Arc begonnen.
Das sei ihr Geburtstag gewesen.
Geburtstage wurden damals nicht wahrgenommen, sondern die Namestage.
Deshalb ist der Tag, an dem sie zur Welt kam, nicht sicher.

Sicher ist aber ihre Tod.
Nur - was heute offiziell gilt, nämlich, daß sie den Feuertod erlitt,
entspricht nicht der Wahrheit. Wie kam es dazu, daß die "Scheiterhaufen-Version" heute die offizielle ist?

Anfang der 60-er Jahre des letzten Jahrhunders war es die Absicht des Vatikans
sich zu rehabilitieren, sich vom Vorwurf zu befreien, Johanna, die später
heilig gesprochen wurde, zuvor selbst als Ketzerin umgebracht zu haben.

Johanna von Orleans ist zur Patronin der französichen Armee geworden.
Ihr "Märtyer-Tod", der zwar nicht statt fand, paßt der französischen Armee gut ins Konzept:
-- der Idee treu bleiben, auch wenn man dafür mit dem Leben bezahlt!

Deshalb trat die französische Generalität in Verhandlungen mit dem Vatikan,
um die falsche Version als die Richtige und Offizielle fest zu legen.
Der Abschluß, im Sinn der französischen Generäle, fand 1965 statt.

Ein paar Jahre danach war noch die tatsächliche weitere Lebensgeschichte
der Jeanne d´Arc zu finden:

Jeanne wurde, nach dem Krieg, vom König geadelt,
bekam von ihm ein Schloß geschenkt,
heiratete einen Adeligen und starb als alte Frau im Bett.

Das ist die richtige Version.
Sie wurde aber inzwischen gründlich beseitigt!
- zur besonderen Freude der amerikanischen Filmindustrie.
Die haben dem Bauernkind, im Nachhinein sogar das Lesen und Schreiben beigebracht.

Quellennachweis:
Ich bekam Kenntnis vom Ergebnis der Verhandlungen der Generäle mit dem Vatikan
über Radio und Zeitung.
Auf Nachfrage bei der katholischen Kirche, ob das Übereinkommen so getroffen worden sei,
gab es 1965 die Bestätigung: ja, das ist richtig.
Man hat dem Wunsch der Franzosen entsprochen und darauf verzichtet, klarzustellen,
daß Jeanne d´Arc nicht verbrannt wurde, sondern daß sie eines natürlichen Todes starb.


Ich habe mir das gemerkt und beschlossen, zu gegebenem Zeitpunkt
den Mund aufzumachen, um die Wahrheit am Leben zu halten.
Der Zeitpunkt ist hier und jetzt.

Und nun lehne ich mich zurück und schaue mir, schmunzelnd, an, wie man mich und meine Aussage
nicht gelten läßt!


Irgendwie geht das nicht zusammen, oder ich steh komplett am Schlauch.

Wenn die Kath. Kirche Jeanne eh nicht am Scheiterhaufen verbrannt hat, warum hat sie das nicht einfach gesagt - ohne ein paar hundert Jahre auf die Einflüsterung der "Französischen Generalität" zu warten? Zumal sie ja von ebenderselben Kath. Kirche ganz offiziell rehabilitiert und sogar heilig gesprochen wurde.

-- Lechner Peter, Dienstag, 28. Februar 2012, 17:16


Scheints ist es erst im letzten Jahrhundert für die Katholische Kirche notwendig geworden, Imagepflege zu betreiben.
1701 die letzte Hexenverbrennung, das bedeutet, daß bis zu dem Zeitpunkt "die Kirche" ein Todesurteil bewirken konnte
und erst danach ein Gesinnungswandel vor sich ging. So lange war auch kein Dementi notwendig.
1965, also vor den Veränderungen 1968, konnte es sich die Katholische Kirche noch leisten, auf den Deal mit den Generälen
einzugehen.

Heute ist es geil zu denken, daß die Katholen die Freundin vom König verheizt haben, die er kurz zuvor, um ein beträchtliches Lösegeld,
von den Burgundern frei gekauft hatte.
Späte Rache der Engländer via Hollywood?

-- Waldbär der VI, Dienstag, 28. Februar 2012, 17:37


Aber schauriger und irgendwie schöner ist die Legende in der Scheiterhaufenvariante schon...

-- Glaubauf Karl, Dienstag, 28. Februar 2012, 18:13


Mmhm, besonders bei Minustemperaturen ist die Vorstellung eines Scheiterhaufens,
so wie er tatsächlich einmal in Innsbruck, vor dem Goldenen Dachl, die Schaulustigen erwärmte,
dort, wo heute der Tourismus fröhliche Urständ feiert, beinahe mit dem wohligen Prasseln
eines Kaminfeuers oder der behaglichen Wärme eines Kachelofens gleich zu setzen.

Man muß nur aufpassen, nicht selber Brennmaterial zu sein.

-- Waldbär der VI, Dienstag, 28. Februar 2012, 23:36