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Das Mondfest ist eines der wichtigsten traditionellen chinesischen Feste am 15. Tag des achten Monats. Es wird traditionellerweise im Familienkreis gefeiert, frei nach dem chinesischen Sprichwort: "Wenn der Mond rund ist, ist auch der Kreis der Menschen rund." Da China ein sehr dicht besiedeltes Land mit stark ausgeprägten konfuzianischen Werten ist (hoher Stellenwert der Familie), ist es quasi "Pflicht", zum Mittherbstfest die Familie zu vereinen. Vor allem die Millionen Wanderarbeiter in den Metropolen Guangzhous, Beijings und Shanghais nehmen oft eine strapaziöse Reise auf sich, um dieser Tradition zu folgen. Das Transportsystem, vor allem Busse und Bahn, sind zu dieser Zeit natürlich hoffnungslos überlastet. Touristen in China wird abgeraten, sich zu dieser Zeit auf Reisen zu begeben, sondern vielmehr einfach die Atmosphäre zu genießen. Es gibt viele Legenden und Bräuche, die sich um das Mondfest ranken. Zahlreiche Veranstaltungen zur Bewunderung des Mondes werden organisiert, man trifft sich, um zusammen den Mond zu beobachten und gemeinsam Mondkuchen zu verzehren. Mondkuchen sind kreisrunde, etwa handgroße Küchlein, entweder süß (z.B.: Süßkartoffel) oder salzig (z.B.: Fleisch und Eidotter) gefüllt. Es werden jedoch jedes Jahr neue Geschmacksrichtungen (z.B.: rote/grüne Bohnen, Sesam) kreiert, die meist sehr nahrhaft sind und mit chinesischem Tee zusammen serviert werden. Die Legende erzählt, dass die Han-Chinesen unter der Führung von Chu in der Yuan-Dynastie einen Aufstand gegen die Mongolenherrschaft planten. Der Plan musste geheim gehalten werden und deswegen wurden Kuchen mit der geheimen Botschaft ("Erhebt euch am 15. des achten Monats") an das Volk verteilt. Auch zur Entstehung des Mondfest selbst gibt es Legenden in verschiedenen Versionen, hier soll nur eine erzählt werden: Vor langer Zeit gab es zehn Sonnen, die Hitze war unerträglich und die Ernte verdorrte. So konnte es nicht weitergehen, dachte sich der Held Hou Yi und bestieg zusammen mit seinem Bogen den Kunlun Berg und schoss neun Sonnen vom Himmel. Allerdings hatte er damit neun Söhne des Jadekaisers getötet. Hou Yi wurde zusammen mit seiner Frau Chang E und deren Kindern von der Erde verbannt. Die Göttin des Westens hatte jedoch Mitleid mit Hou Yi und gab ihm ein Unsterblichkeitselixier. Chang E trank es jedoch an seiner Stelle und schwebte so gen Himmel. Sie errichtete sich einen Palast am Mond, ihr werden auch heute noch Opfergaben gebracht. Andere Quellen sprechen auch von Peng Meng, einem Schüler Hou Yis, der versuchte Chang E das Unsterblichkeitselixier zu entwenden. Diese sah als einzigen Ausweg, das Elixier zu verschlucken und so zum Mond zu fliegen. Hou Yi war natürlich sehr traurig und die Leute trauerten seither mit ihm und beteten zu Chang E. Chang E ist jedoch nicht allein auf dem Mond. Die Geschichte von Wu Gang erzählt von seinen Versuchen den Cassia Baum am Mond zu fällen. Er wollte auf der Erde als Holzfäller Unsterblichkeit erlangen, diese Anmaßung verärgerte die Unsterblichen und so verbannten sie ihn auf den Mond. Zurückkehren konnte er nur unter der Bedingung, dass er den besagten Cassia Baum fällte. Dieser Zauberbaum regeneriert sich allerdings stets selbst und so befindet sich Wu Gang noch heute auf dem Mond. Der Jade Hase, im Gegensatz wurde auf den Mond nicht strafversetzt sondern als Belohnung für eine selbstlose Tat: Drei Unsterbliche verwandelten sich in Bettler und baten einen Fuchs, einen Affen und einen Hasen um Nahrung. Die ersten zwei verweigerten, während der letztere aus Mitleid ins Feuer sprang und den Männern sein Fleisch anbot. Diese waren beeindruckt und gewährten dem Hasen ewiges Leben im Mondpalast. Möglicherweise gibt es noch mehr und auch abweichende Legenden um die Entstehung des Mondfestes, die Zusammenstellung hier ist keinesfalls erschöpfend und deterministisch. Links: In Anlehnung an: http://www.cbs.org.tw/german/Mondfest.htm Alternative Legende: http://www.china.org.cn/german/97389.htm Autor: Hautze 2007/07/18