unbekannter Gast
Geben Sie diesem Artikel Ihre Stimme:
7


Undiszipliniertes Radfahren#

Hermann Maurer

Herr Meitl (Name geändert) fährt an einem dunklen Dezemberabend aus seiner Parkgarage in die nach rechts führende Einbahnstraße. Vor dem Einbiegen schaut er sorgfältig nach links und (überflüssigerweise) flüchtig nach rechts; er biegt also nach rechts in die Einbahnstraße ein; er stößt nach einigen Metern - ohne rechtzeitig bremsen zu können - einen Radfahrer nieder, der unbeleuchtet gegen die Einbahn unterwegs ist. Der Radfahrer ist mäßig schwer verletzt.

Herr Meitl (bzw. seine Haftpflichtversicherung) wird später verurteilt ("es hätte ja auch ein Kind auf der Straße laufen können"), die Spitalskosten zu ersetzen. Herr Meitls Verteidiger hat dieses Ergebnis schon vorhergesagt: "Der Radfahrer ist mittellos. Jemand muss das Spital zahlen. Er kann es nicht. Sie bzw. ihre Versicherung schon ... also werden sie zahlen. Wir leben schon lange in keinem Rechtsstaat mehr, sondern in einem Sozialrechtsstaat, wo Gesetze nicht objektiv, sondern nach der sozialen Situation der Betroffenen interpretiert werden." Die Bemerkung des Verteidigers sollte fast Gegenstand eines eigenen Beitrages sein - denn sie belegt, dass wir nicht in einem Rechtsstaat leben, sondern in einem Sozialrechtsstaat, in dem nicht immer Schuldige zur Verantwortung gezogen werden, sondern jene Menschen, die mehr Geld haben. (Wollen wir das? Wenn ja, sollten wir vielleicht die Lektüre Grillparzers verbieten --- liest ohnehin niemand mehr?--- denn in der Schule habe ich noch an Grillparzers "Recht ist niemals Unrecht, Unrecht niemals gut!" geglaubt.)

Aber mir geht es heute um etwas anderes: Um die Disziplinlosigkeit des beschriebenen Radfahrers und - pars pro toto - um die Disziplinlosigkeit vieler Radfahrer.

Radfahrer als Verkehrsteilnehmer haben sich m.M.n. an Regeln zu halten wie jeder andere Verkehrsteilnehmer: Sie gefährden nicht nur sich selbst (dieses Risiko zu übernehmen, ist vielleicht noch ihre Sache), sondern bringen andere Personen, die durch ihre Disziplinlosigkeit in einen Unfall verwickelt werden, in sehr unangenehme Situationen. Aus diesem Grund bedaure ich es, dass die Polizei nicht strenger und mit Strafen gegen Radler vorgeht, die eklatant gegen Regeln verstoßen (Fahren ohne Beleuchtung, Fahren gegen die Einbahn, ...).

Warum ein Kurzparker, der 15 Minuten zu lange parkt (und damit weder sich noch andere gefährdet) bestraft wird, aber ein unbeleuchtet gegen die Einbahn fahrender Radler nicht, verstehe ich einfach nicht.


Es darf gelacht werden, wenn auch bitter ...

Was weiß denn ein Graz lebender schon von echten hard-core Radfahrern? Die Antwort ist: Nichts!

Ich (ein Wiener) war oft in Graz mit dem Auto und natürlich als Fußgänger unterwegs und habe die örtlichen Radfahrer vor allem als tollkühne Desperados erlebt, die mit ihrem Leben längst angeschlossen hatten. Irre Manöver vor Autos und Straßenbahnen, ja, das schon, auch souveränes Ignorieren von Ampeln und anderen Verkerszeichen, na gut - man ist versucht zu sagen: selbstverständlich - auch.

Aber was ist das schon im Vergleich zu Wien?? Seit hier die s. g. Frau Vassilakou als Verkehrsstadträtin fungiert und den Radfahrern die unerschütterliche Überzeugung vermittelt, dass sie IMMER im Recht sind, fahren die schon vorher nicht eben zimperlichen förmlich dämonisch. Rasen am Gesteig, völliges Ignorieren der StVO, telefonieren beim Fahren, rechts überholen, und das alles auch betrunken: Wiener Alltag. Dazu eine wilde Aggresivität gegen Kritik, zorniges Trommeln mit den Fäusten aufs Autodach nach Lust und Laune, und schimpfen mit Kraftausdrücken, dass Mütter ihren Kindern die Ohren zuhalten müssen: man ist ja schließlich nicht umsonst Wutbürger.

Was diese Neuen Wilden nicht machen: Auf den zahl- und hirnlos neu hinpinselten Radwegen fahren. Dafür habe ich sogar Verständnis, denn viele dieser "Radwege" sind de facto keine. Es sind vielmehr von den normalen Fahrspuren abgezwackte schmale Streifen, die zu befahren viel zu gefährlich ist.

Das weiß aber die s. g. Frau Vassilakou nicht. Wie denn auch? Sie fährt ja in ihrer Dienstlimousine inkl. Chauffeur herum. Das macht sie allerdings sehr listig: Zu einem Auftritt im ORF kam sie demonstrativ zu Fuß. Nach der Sendung ging ihr aber ein argwöhnischer Reporter einer Zeitung nach und stellte fest: Die s. g. Frau Vassilakou ging zweimal ums Eck - und dort parkte ihre Dienstlimousine samt Chauffeur. Der hat sie bestimmt sicher nach Hause gebracht. Und hoffentlich keinen Radfahrer beleidigt.

-- Lechner Peter, Mittwoch, 26. Dezember 2012, 18:35


In Wien dürfen Radler in der Burggasse sogar in der Busspur gegen die Einbahn fahren....Rechtsstaat ist Österreich spätestens seit Schüssel und Karl keiner mehr....eine Berufung gegen dieses Urteil wäre aber dennoch gut mit einem anderen Anwalt, denn was hat etwa die Richterin Bandion Ortner alles zusammengedreht um Ministerin zu werden, der Fall sollte unbedingt in den Zeitungen stehen. Recht muss Recht bleiben, die Sache ist zu gewinnen, viel Glück...

-- Unbekannt, Mittwoch, 26. Dezember 2012, 19:08


Vassilakuh löst in Wien absichtlich das bellum omnium kontra omnes aus, bei Unfällen mit Radfahrern könnte Fahrerflucht wenn möglich noch das Beste sein, die Rettung zu verständigen genügt....

-- Unbekannt, Mittwoch, 26. Dezember 2012, 19:16


die abstützung des urteils aufden vertrauensgrundsatz ist eher blödsinnig, denn es ist kein kind gelaufen sondern ein radfahrer ohne licht gegen die einbahn gefahren, schuld ist eindeutig der radfahrer, die sache wäre zu gewinnen...wieviele urteile etwa bandion-ortners sind in letzter zeit revidiert worden, flöttl etc..die abstützung auf einen fiktiven sachverhalt zeigt was da los ist, dürfte eine richterin gewesen sein ? seit der totalen femininisierung von justiz und politik ist alles irrational....würde das aber auf jeden fall durchkämpfen...

-- Unbekannt, Mittwoch, 26. Dezember 2012, 19:32


die urteilsbegründung ist lächerlich,denn eine hyothetisierende rechtsprechung darf es nicht geben in einem rechtsstaat, es hätte ja auch ein kind kommen können, gegenüber dem der vertrauensgrundsatz nicht gilt, es war aber ein redfahrer, demgegenüber der vertrauesgrundsatz voll gilt...der anwalt ist nicht stark...würdeda nicht nachgeben, im schlimmsten fall hat die kosten das sozialamt zu tragen...

-- Unbekannt, Mittwoch, 26. Dezember 2012, 20:58


Was hier auf Radfahrer bezogen ist und sauer aufstößt, nenne ich für mich die "McDonalds-Mentalität",
weil McDonalds Kunden diese Mentaliät besonders häufig zeigen.
Viellecht ist es weniger "Mentalität" als "Verhalten".

Verhalten von Affen ist es, das, was nicht unmittelbar verwendbar ist, einfach fallen zu lassen.

Wenn ein Affe die Schalen einer Frucht entfernt hat, läßt er sie zu Boden fallen.
Wenn ein Affe, beim durch die Bäume hangeln, einen Ast abbricht, was wird er sich wohl darüber an Gedanken machen?
Wenn der selbe Affe auf einem Fahrrad sitzt und in seiner Bewegung an einem geparkten Auto streift,
was wird er sich wohl für darüber an Gedanken machen?

Ich möchte ein Gedicht von Erich Kästner ins Gedächtnis rufen,
(das in der ersten Zeile den symptomatish deutschen Fehler transportiert, nämlich "haben" mit "sein" zu verwechseln)
welches die hier aufgemachte Problematik zu einem leicht nachvollziehbaren Ergebnis hinführt:

"Die Entwicklung der Menschheit" heißt das Gedicht.

-- Waldbär der VI, Donnerstag, 27. Dezember 2012, 23:11


Hauptübel ist aber die völlig degnerierte Justiz, siehe die Irrsinnsurteile von Bandion Ortner, die ihr von Schüssel den Minister brachten uns aber Lawinen an Stgeurgeld kosten. Das Urteil ist nicht wirklich haltbar, denn die Begründung es hätte auch ein Kind kommen können ist beliebig anwendbar, gegenüber dem Radfahrer gilt der Vertrauensgrundsatz voll gegenüber einem Kind überhaupt nicht. Der geschilderte Unfall mit einem Kind statt Radfahrer wäre sensibler, die Justiz ist uner Schüssel folgende total degeneriert....das entgeht doch iemandem mehr, kampusch grasser etc.

-- Unbekannt, Freitag, 28. Dezember 2012, 01:50