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Ich bin für die (Beibehaltung der) Wehrpflicht. Es gibt zur Wehrpflicht natürlich pro- und kontra-Argumente. Für mich überwiegen die Pros.

Nun wird es eine Abstimmung zur Beibehaltung/Abschaffung der Wehrpflicht geben. Gut so: Ein Lebenszeichen direkter Demokratie ist in unserem Land der allesbesserwissenden Lifetime-Politiker unbedingt zu begrüßen.

Es gibt dabei ein heiteres Element: Über die Wehrpflicht, die nur Männer zu erfüllen haben, stimmen auch Frauen ab; das entspricht dem Grundsatz der „allgemeinen und gleichen“ Mitbestimmung.

Ein Heulen ist immer und Zähneknirschen bei den „Wir sind eine Frauenpartei“-Grünen, den facebookenden und twitternden Kampfgruppen um Laura la rouge oder den antiheteronormativen ÖH-Jungdamenzirkeln a la Janine Wulz , wenn Männer sich erlauben, in Angelegenheiten, bei denen es – nach profeminanormativer Ansicht – ausschließlich um Frauenbetroffenheit geht (z. B. der Abtreibung, des Sorgerechtes des Vaters für Kinder usw.), mitreden wollen.

Wie stehen wohl Frauen dieses Zuschnitts zur Teilnahme von Frauen an der Abstimmung über die Wehrpflicht?


Der Volksmund hat da ein Wort:
"Was dir g´hört g´hört mir und was mir g´hört geht di nix an!"
Ob das vielleicht zutreffend wäre?

Aber man könnte ja Betroffenheit provozieren und ein verpflichtendes Sozialjahr für Männlein und Weiblein "andenken".

-- Waldbär der VI, Mittwoch, 5. September 2012, 18:15


Vielleicht war die undifferenzierte Einführung des Frauenwahlrechts 1919 ein Fehler, war doch populistisch oder nicht ? Allerdings: Mulier tacet in ecclesia et in re publica geht halt auch nicht so recht....

-- Glaubauf Karl, Donnerstag, 6. September 2012, 00:37


Ich glaube erstens im Sinne von Bertha von Suttners "Die Waffen nieder" nicht an die Wehrpflicht. Aber die Auswahl, 6 Monate zum BH zu gehen oder zu einem Zivildienst (natürlich für Weiblein und Männleich) täte mir gefallen, und wäre bei zunehmender Arbeitslosigkeit durchaus sinnvoll.

-- Maurer Hermann, Donnerstag, 6. September 2012, 14:27


Befristete Zeit des Einsatzes für die Gemeinschaft zu leisten, haben (schon lange vor uns) die Peruaner
als sinnvoll erachtet und dementsprechend organisiert.

Unter diesem Aspekt habe ich meinen Präsensdienst geleistet, und dabei gelernt, die Dummheit
Höhergestellter zu ertragen, ohne dabei meine Ideen zu verlieren.

-- zwei weitere Gedanken in die Diskussion.

-- Waldbär der VI, Donnerstag, 6. September 2012, 22:32


Zivildienst für Frauen und Männer wäre das Richtige, im Heer dienen ja auch Frauen und Männer, wer will kann sich zum Heer melden....ein Heer für EU-Einsätze brauchen wir aber auf keinen Fall, dieser Verein kracht aus allen Fugen, daher raus aus Afghanistan so wie die Amis 1975 endlich aus Vietnam gegangen sind...

-- Glaubauf Karl, Donnerstag, 6. September 2012, 23:32


In Europa haben nur mehr wenige Länder die Wehrpflicht, interessant war Schützenhöfer der in diesen Zusammenhang sogar die Wehrpflicht für die Frauen forderte. Unser Heer ist ein Beamtenapparat wo 200 bezahlt zu Hause sitzen und vom Stab her lächerlich überdimensioniert ist. Von verschiedenen Ausbildungmöglichkeiten abgesehen ist es jedoch für junge Menschen aber ein Mußegang und größtenteils eine verlorene Zeit. Eine unverbindliche Befragung um 10.000 € zur Orientierung der Orientierungslosen ist eine Zumutung für das Volk von Leuten die nicht wissen wofür sie gewählt wurden. Wer Soldat werden will soll sich verpflichten, Zwangsrekrutierungen wecken, außer bei den ewigen Gestrigen, unangenehme Erinnerungen. E-Wehrpflichtforum

-- Mayer Bruno, Freitag, 7. September 2012, 23:42


@ Mayer Bruno

Ich wollte mit meinem Beitrag keine Wehrpflichtdebatte auslösen, sondern eher scherzhaft auf den Widerspruch hinweisen, dass sich die militanten Feministinnen jede Mitsprache von Männern verbitten, wenn es - nach Auffassung dieser Frauen - um "reine Frauenfragen" geht ("mein Bauch gehört mir" - als ob die Abtreibung nicht die Gesellschaft insgesamt beträfe). Über die Wehrpflicht, die doch vor allem Männer betrifft, werden sie aber mitbestimmen. Paradox und skurill wie die ganze Feministerei.

Aber eine Bemerkung zum wehrpflichtgetragenen Bunderheer schon: Dass das Bundesheer in einem so traurigen Zustand ist (und immer schon war, ich war 1968 dort), stimmt. Das ist aber nicht der Wehrpflicht anzulasten sondern dem Umstand, dass unsere Republik das Heer nie ernst genommen hat. Auch ein Berufsheer wird/würde ein so desolater Haufen sein, wenn sich daran nichts ändert.

-- Lechner Peter, Samstag, 8. September 2012, 08:00


1968 zeigte beim Einmarsch der Sowjets in die Cssr die ganze Problematik, an der das Heer selbst aber schuldlos war, die Politik war auf Urlaub und konnte sich nicht entschließen, die vorgereiteten "Urgestein" Massnahmen durchzuführen.

-- Glaubauf Karl, Samstag, 8. September 2012, 13:17