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Ich bin nicht in einem vornehmen Schweizer Internat für höhere Töchter erzogen worden. Aufgewachsen bin ich vielmehr in Wien/Hernals was zumindest Wienern was sagt.

Aber: Die Sprache, die wir als Kinder und Jugendliche führten, war nicht ordinär (abgesehen vom grässlichen Wiener Dialekt (den man ein Leben lang nicht mehr los wird, man denke nur an das „Zunge-zwischen-den-Zähnen-L“, das sogar ein Bundeskanzler unserer Republik, der in das gleiche Gymnasium wie ich ging, pflegte).

Worte, die man heute zuhauf und wie selbstverständlich im Fernsehen hört, waren verpönt. Sie in der Schule zu verwenden hätte sofort einen Skandal ausgelöst („Vorladung“ der Eltern, die unangenehmste Strafe überhaupt).

Es gibt heutzutage keinen Fernsehabend ohne die Nennung des Verdauungsprodukts, sei es als Hauptwort, als Adjektiv oder als Adverb. Sogar in Kindersendungen hab ich es gehört. Das aus Amerika importierte F-Wort, ein „four-letter-word“, ist allgegenwärtig. Und „geil“ ist schon nicht mehr anstößig.

Schön ist das nicht. Und es muss und sollte nicht sein. Leider macht auch der Zwangsbezahlsender ORF, der ja seine Legitimation für die Zwangsgebühren aus seinem „Bildungsauftrag“ schöpft, reichlich und ganz ungeniert von diesen und anderen vulgären Worten Gebrauch.


Die ORF-Leute können das nicht besser, woher auch, jeder Gymnasiallehrer spricht aufgrund seiner Phonetik-Ausbildung besser.

-- Glaubauf Karl, Sonntag, 11. März 2012, 21:23