Bilder von Gerhard Heigl (2008)#

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Rundreise Emirate – Oman Februar 2008. Geführte Reisegruppe mit dem Bus. Dauer 1 Woche. Gefahrene km: ca. 1300 Auf der Karte sind die Orte mit Aufenthalt und Besichtigung, grün markiert. Beginn und Ende war der Flughafen Abu Dhabi. Meine Frau und ich haben uns auf die Reise nicht vorbereitet. Wir lassen uns gerne überraschen. Es gibt auch keine Vorfreude. Vorfreude bedeutet eine gewisse Vorstellung und Erwartung des Kommenden. Falsche oder übertriebene Erwartungen enden dann oftmals in Enttäuschung. Gleich vorweg – es war eine fantastische Reise. Wir haben doch schon einige Reisen hinter uns, aber was wir hier an Reichtum und Luxus gesehen haben – unvorstellbar. Gerade in den größeren Städten Dubai und Abu Dhabi, die praktisch eine riesige Baustelle sind, kann man als kleiner Europäer ohne weiteres von Gigantomanie und Größenwahn sprechen. Wenn man bedenkt, dass in den Emiraten der Reichtum erst in den 50er Jahren begonnen hat, ist dieses Zivilisationstempo fast unvorstellbar. Der Oman war bis Anfang der 70er Jahre tiefstes Mittelalter. Heute steht er den Emiraten um nicht viel nach. Allein die Verschwendung von Energie und vor allem Wasser, macht einen nachdenklich. Dazu ein Beispiel: Die Autobahnen, in der Stadtnähe bis zu 7 Spuren per Fahrbahn, führen dann etwas schmäler Hunderte Kilometer durch die Wüste. Der Mittelstreifen immer begrünt, muss natürlich bewässert werden, ohne Wasser kein Grün. Tausende Kilometer Schläuche für die Tröpfchenbewässerung sind dazu nötig. Nachts sind die Autobahnen beleuchtet, auch in der Wüste! Elektrische Energie liefern thermische Kraftwerke, Öl und Gas sind genügend und billig vorhanden. Der extreme Wasserbedarf wird teilweise aus den Grundwasserreserven und aus Entsalzungsanlagen am Meer gedeckt. Beides ist aus verschiedenen Gründen nicht zukunftssicher. Der Wohlstand lockt natürlich viele Leute aus den umliegenden Ländern, Inder, Pakistani, Perser und andere stellen als Gastarbeiter einen Bevölkerungsanteil von bis zu 85% in Dubai. Der Oman versucht den Gastarbeiteranteil zu senken, weil die einheimischen keine Arbeit finden. Was noch auffällt, es gibt fast keine Kriminalität, keine Bettler und keine lästigen Händler. Wasser, Obst, Gemüse, Eis und alle Speisen können bedenkenlos genossen werden. Wer Einheimische fotografieren will, muss um Erlaubnis fragen, bei Frauen fast immer Ablehnung. Etwas unangenehm sind die langen Wartezeiten für Reisebusse von 2 – 3 Stunden an den Grenzübergängen Emirate – Oman und umgekehrt. Noch vieles gäbe es zu erzählen, doch würde dies den Rahmen sprengen. Rückblickend war das eine Traumreise in eine andere Dimension und man braucht einige Wochen um die Eindrücke zu verarbeiten.