unbekannter Gast

Frage:

Was bringt Menschen dazu, Statements in Wikipedia abzugeben? Wie kann man diesen "Drang zur Weitergabe von Wissen" wissenschaftlich erklären?
jtschida

Antworten:

Schroer, J. & Hertel, G. (2007, Mai). Wikipedians, and why they do it: Motivational dynamics of voluntary engagement in an open web-based encyclopedia. Paper presented at the XIIIth European Congress of Work and Organizational Psychology, Stockholm, Sweden.
presroi

Ich persönlich schreibe in Wikipedia nur , wenn beide Bedingungen erfüllt sind: - ich bekomme häufig gute Antworten von Wikipedia - ich kann die offensichtlich fehlenden Informationen ganz einfach eintragen, weil ich quasi Experte bin. Kurz: es ist ein Tausch: ich biete die mir leicht zugänglichen Informationen und beziehe dafür die anderen, die mir fehlen!
lorenzstrom

Einige allgemeine Betrachtungen, was Menschen dazu bewegt, Leistungen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, finden sich im WIKIBOOK "Open Culture", das im vergangenen Studienjahr als Projektarbeit im Rahmen eines Seminars an der Uni Wien erstellt wurde (weiter geht.s derzeit nicht über "weiter", sondern über "Inhaltsverzeichnis", wird geändert;Rückfragen und Feedback bitte an mich).
Raimund Hofbauer

Was die Fragen von Teilnehmern bei aLEXander (Anmerkung der Redaktion: Jetzt Austria-Forum) betrifft, sehe ich bei vielen Antworten auch ein entsprechendes Maß an Hilfsbereitschaft: Jemand braucht eine bestimmte Information, offenkundig auch für eine Arbeit, einen Artikel oder dgl. und man hilft ihm/ihr weiter, so gut man eben kann.
glisc

Ich schließe mich glisc an, daß eine große Hilfsbereitschaft herrscht. Andererseits teilen hier auch alle gern ihr Wissen. Wir bekommen zwar keine Münzen dafür, aber Anerkennung und Lob.
Viele sind berufen, doch nur wenige sind auserwählt. In Abwandlung dessen möchte ich sagen, die Berufenen und Auserwählten bleiben über. Die mit ausschließlichem Sendungsdrang stoßen bald an ihre Grenzen.
Fledermaus

Anerkennung ist eine wertvolle Währung. In Wohlstandsländern substituiert Anerkennung zunehmend Teile der pekuniären Anerkennung. Diese Anerkennung muss nicht einmal durch Zeichen (zB grüne Bewertungen bei ALEXANDER) gegeben werden, sondern wird oft implizit angenommen.
Auch kritische Kommentare (und Bewertungen) bedeuten eine Auseinandersetzung mit der gebotenen Leistung. Je mehr die Informationsflut zunimmt, desto wertvoller wird die Aufmerksamkeit, die ein Leser dem Autor allein durch die Lektüre eines Artikels gewährt (auch wenn ALEXANDER die Anzahl der Zugriffe nicht anzeigt, sondern nur die Anzahl der Bewertungen). Aufmerksamkeit ist - im Unterschied zu Geld - ein knappes Gut: die tägliche Zeit, die einem Individuum zur Verfügung stellt, kann kaum vermehrt werden (siehe Georg Franck, Ökonomie der Aufmerksamkeit, München: Hanser 1998).
Mir persönlich macht es Freude, zu recherchieren, zu diskutieren, zu kooperieren, zu "dozieren" (für letzteres nehme ich auch einige gelbe Punkte in Kauf) und zu experimentieren.
Ich nehme an, dass Fledermaus mit "Die mit dem ausschließlichem Sendungsdrang stoßen bald an Grenzen" nicht jene vier der fünf "aktivsten Benutzer" (Hauptseite von ALEXANDER, rechts) meint, die inzwischen nicht oder kaum mehr aktiv sind. Einige andere wurden alledings tatsächlich hinausgemobbt. Doch das soll auch in anderen Gemeinschaften vorkommen...
Hofnarr


Die Zahl der Zugriffe wäre enorm interessant....

-- Glaubauf Karl, Mittwoch, 10. August 2011, 21:43