unbekannter Gast

Ein absolut (un)entbehrlicher Kommentar:

Bei diesem Sachbiet spielt geographische Lage innerhalb des deutschen Sprachraumes bekanntlich eine entscheidende Rolle. Immer wieder liest man in diesem Zusammenhang qualvoll-gewundene oder lange Abgrenzungen wie "Südeutschland", "süddeutscher Sprachraum", "Bayern und Österreich", "südlich der Linie Frankfurt/Main-Leipzig" o.ä. Selbst wenn das immer stimmte - es stimmte bestenfalls auf der Landkarte. Eine Sprachgrenze gibt es aber nicht auf einer Landkarte, sie ist vielmehr in der Seele und auf der Zunge der Menschen. Also ist nach einer "menschlichen" Grenze zu suchen. Gibt es so eine?

Und ob! Es ist der Weißwurstäquator (WWÄq)! Die einzig authentische Abgrenzung zwischen Nord und Süd, wenn man Deutsch von "Deutsch" redet. Der WWÄq ist ein virtueller Breitengrad, ungefähr entlang der niederbayrischen Grenze "waagrecht" nach beiden Seiten verlaufend. Vielleicht geographisch nicht ganz korrekt, dafür aber umso anschaulischer und unmißverständlicher.

Die Zitierung lautet: Nödlich bzw. südlich des WWÄqs. So kennt man sich aus, südlich des WWQs sowieso. Und auch für jene verständlich, die hoch oben an der Waterkant "übern s-pitzen S-tein s-tolpern".


Es gibt verschiedene Definitionen, wo der Weißwurstäquator liegt, siehe die Eintragung auf Wikipedia. Und außerdem lassen sich auch noch jede Menge anderer Sprachgrenzen innerhalb des deutschen Sprachraums feststellen.

In diesem Lexikon geht es um das österreichische Deutsch im Gegensatz zum deutschen Deutsch und zum Schweizer Deutsch. Die moderne Sprachwissenschaft definiert so die verschiedenen Varietäten innerhalb des deutschen Sprachraums. Aber natürlich haben wir, mundartlich bedingt, mit den Bayern recht viel gemeinsam. Die Mainlinie wiederum trennt beispielsweise das nördliche "ich habe gesessen/gestanden/gelegen"-Gebiet vom südlichen "ich bin gesessen/gestanden/gelegen"-Gebiet.

--Sedlaczek Robert, Donnerstag, 22. Oktober 2009, 11:20