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Frage:

Welche Gründe gibt es für die Gründung eines Joint Ventures?
Loca

Antworten:

Bei den Motiven für die Gründung von Joint Ventures wird zwischen internen, wettbewerbsbezogenen und strategischen Zielsetzungen unterschieden.

Motive aus interner Sicht

Dies sind:
. die Streuung der Risiken und Kosten
. die Sicherung von vorhandenen Ressourcen
. die Nutzung von Skalenerträgen
. der Zugang zu neuen Technologien und Märkten
. die Förderung von Mitarbeitern durch die Übernahme von Verantwortung in einem Joint Venture
. und die Förderung von anderen kleineren Firmen* Motive aus wettbewerbsbezogener Sicht
Aus wettbewerbsbezogener Sicht sind Joint Ventures vor allem deshalb wichtig, weil man Branchenentwicklungen steuern kann und vor allem Geschwindigkeitsvorteile gegenüber Konkurrenten erzielen kann. Außerdem kann auf die zunehmende Globalisierung schneller reagiert werden.

Strategische Ziele

Als strategische Ziele werden die Schaffung und Nutzung von Synergien, der Technologietransfer und die erweiterte Möglichkeit der Diversifikation gesehen. Ein weiteres Motiv, ein Joint Venture zu gründen, kann die rechtliche Lage in einem Land sein. Einige Länder wie die Volksrepublik China erlauben die Gründung von reinen (100%igen) Tochtergesellschaften ausländischer Firmen in bestimmten Branchen gar nicht, in anderen nur unter der Auflage behördlicher Genehmigungen. Hier sind Joint Ventures mit einheimischen Firmen oft die einzige Möglichkeit für ausländische Firmen, auf dem jeweiligen Markt Fuß zu fassen.[1]

Vorteile

* Geringerer Kapitalaufwand und geringeres Risiko als beim Alleingang
* Umgehung von Local-Content-Vorschriften . wie Z.B. Handelshemmnissen
* Zugang zu regionalen Ressourcen
* Umgehung von Regelungen, die im Gastland die Gründung von Tochtergesellschaften oder den Kauf inländischer Unternehmen verbieten.
* Schaffung oder Veränderung von Marktbarrieren.
* Imagevorteile . .lokale Unternehmen.
* Inanspruchnahme von Förderungsprogrammen oder Subventionen im Gastland Nachteile
* Hohe Kontroll- und Steuerungsaufwendungen
* Potentielle Zielkonflikte
* Konflikte bei der Marketingstrategie und der Gewinnverwendung
* Soziokulturelle Differenzen
* Verlust von Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten
* Langsame Anpassung des Joint Ventures an marktliche, politische und rechtliche Veränderungen[2]

[1] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Joint_Venture [Stand: 4.1.2007]
[2] Vgl. Zentes, Swoboda, Schramm-Klein; 2006; Internationales Marketing; Seite 277f.
JoSu