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Extract from the Egyptian Book of the Dead#

Extract from the Egyptian Book of the Dead
Extract from the Egyptian Book of the Dead, 2009, © Gerhard Huber

On the wisdom of the soul ...

Alone I am! Alone, alone!

Alone I hasten through the cosmic solitudes.

See, I open the gates of

and send the births to Earth.

I am yesterday, today and tomorrow.

In my countless births

I am the divine and mysterious soul,

which once created for itself the gods,

and whose essence nourishes the deities of heaven.

I am the today for countless generations.

I have formed myself.

"The Egyptians," wrote Herodotus, "were the first to express the idea that the soul of man is immortal". One might think that the Egyptians were a rather morbidly tempered people, obsessed with religion and death. But the opposite was the case. They loved life so much that they did everything they could to secure an afterlife. This target dominated every aspect of life of the ancient Egyptians and was quasi the glue of society, the most important reason for the unity and stability of their culture.

Über die Weisheit der Seele ...

Alleine bin ich! Allein, allein!

Allein durcheile ich die kosmischen Einsamkeiten.

Siehe, ich öffne die Pforten des

und sende die Geburten zur Erde.

Ich bin das Gestern, das Heute und das Morgen.

In meinen zahllosen Geburten

bin ich die göttliche und geheimnisvolle Seele,

die einst sich die Götter schuf,

und deren Essenz die Gottheiten des Himmels nährt.

Ich bin das Heute der unzähligen Generationen.

Ich habe mich selbst gestaltet.

„Die Ägypter haben“, so schrieb Herodot, „als erste den Gedanken ausgesprochen, dass die Seele des Menschen unsterblich sei“. Man könnte meinen, dass die Ägypter ein etwas morbide gestimmtes Volk waren, geradezu besessen von Religion und Tod. Doch das Gegenteil war der Fall. Sie liebten das Leben so sehr, dass sie alles unternahmen, um sich ein Weiterleben in der jenseitigen Welt zu sichern. Dieses Ziel bestimmte jeden Lebensaspekt der alten Ägypter und war gleichsam der Kitt der Gesellschaft, der wichtigste Grund für die Geschlossenheit und Beständigkeit ihrer Kultur.