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Bektashi Tariqah#

Bektashi Tariqah
Bektashi Tariqah, May 2012, © Gerhard Huber

The Bektashi order, one of the most famous Sufi orders, emerged in 13th century Anatolia. The founder of the order, Haji Bektash Veli, is buried in the monastery of the town named after this clergyman, which has become an important place of pilgrimage. Established Muslim clergymen look distrustfully upon the Bektashi order, for it interprets the Koran very liberally, permits joint prayers of men and women and is open towards the consumption of alcohol. A little story tells the tale of an incident between the Calif and Haci Bektash. Seeing the lush vineyards surrounding the monastery the Calif asked: “My dear friend, what do you do with all those grapes?” The dervish answered: “Oh, we like eating sweet and ripe grapes.” The Calif replied: “But you can’t possibly eat that many grapes.” To that Haci Bektash remarked: “That’s not a problem at all. The grapes we can’t eat, we press and put into wooden casks. What happens then is Allah’s will alone.”.
Einer der berühmtesten Sufi-Orden, die Bektasi-Vereinigung, entstand im 13. Jahrhundert in Anatolien. Ihr Ordensgründer Haci Bektas Veli liegt im Kloster der gleichnamigen Stadt begraben, die sich zu einem wichtigen Pilgerziel entwickelt hat. Von etablierten Klerikern des Islam wird der Bektasi-Orden mit Argwohn betrachtet, weil er den Koran sehr liberal auslegt, gemeinsame Gebete von Männern und Frauen zulässt sowie dem Alkohol nicht abgeneigt ist. Eine kleine Geschichte erzählt von einer Begebenheit des Kalifen mit Haci Bektas. Angesichts der üppigen Weinberge um das Kloster fragte der Kalif: „Mein lieber Freund, was macht ihr denn mit den vielen Weintrauben?“ „Ach“, antwortet der Derwisch, „wir essen gerne süße, reife Trauben.“ Der Kalif entgegnete: „Aber es ist doch unmöglich, so viele Weintrauben zu verspeisen.“ Da meinte Haci Bektas: „Das ist kein Problem. Was wir nicht essen können, das pressen wir und lagern es in Holzfässern. Und was dann geschieht, ist allein Allahs Wille.“.