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Die Ausseer "Huetterer" - älteste Hutmacherei Europas#

Ausseer Hüte waren Ende des 19. Jahrhunderts sogar in Hamburg Mode

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Hüte
Viele Köpfe müssen im Salzkammergut "behutet" werden...
© Hilde und Willi Senft

Praktisch das gesamte Salzkammergut kauft, seine Hüte beim „Leithner" in Bad Aussee, und nahezu alle Trachtenmusikkapellen Österreichs bis hin zu den Tiroler Schützenkompanien sind Kunden des Hutmacherhauses auf dem Ausseer Krautberg.

Der „Ausseer Hut" ist international längst ein Begriff und zu einem Markenzeichen besonderer Art geworden.

Und was ist das Geheimnis dieses Erfolges? Gediegene Handwerkskunst, ununterbrochen ausgeübt seit dem Jahre 1582 (!) und weilergereicht von einer Generation zur anderen. - Verändert über die Jahrhunderte hinweg hat sich nur die Beschaffung des Ausgangsmaterials.

Der klassische schwarze Ausseerhut und der Altsteirerhut mit dem breiten grünen Band sowie die Damenhüte sind aus Kaninchenhaarfilz gefertigt. Nur werden diese Kaninchen nicht mehr im Land gezüchtet, sondern kommen von dorther, wo sie in Massen auftreten, ja sogar eine Plage geworden sind: aus Australien.

Die Velourhüte werden aus Wildhasenhaar gefertigt, das aus Polen bezogen wird, und nur die gröberen Schnur- und Jagdhüte bestehen aus Schafwoll-Loden, der aber auch längst nicht mehr von unseren braven Bergschafen stammt, sondern aus feiner Merinowolle (Herkunft Australien, Neuseeland, Südafrika) hergestellt wird.

In Spezialbetrieben Portugals, Tschechiens und Deutschlands werden diese Rohmaterialien nun zu sogenannten Stumpen, das sind Hut-Rohlinge, verarbeitet und an die Huterzeuger in aller Welt geliefert - und hier setzt die alte Kunst der Ausseer Hutmacherei ein:

Der Stumpen wird gefärbt und dann auf Harzbasis appretiert (versteift). Anschließend wird er unter einer Glocke gedämpft, wobei er so weich wird, dass er geformt werden kann. Nun wird er über eine Holzform gestülpt und kommt in die Trockenkammer. Nach dem Trocknen wird der Krempenrand umgebügelt und eingefasst, ferner kommen die verschiedenen Accessoirs, wie Band oder Kordel, dazu.

Wenn es nur so einfach wäre, wie hier von uns in wenigen Schlagworten umrissen...

'Anna-Plochl' Hut
"Anna-Plochl" Hut
© Hilde und Willi Senft
Färben
Färben der Stumpen
© Hilde und Willi Senft
Farbe herausdrücken
Nach dem Färben wird die restliche Farbe herausgedrückt; anschließend wird der Stumpen gewaschen und geschwemmt.
© Hilde und Willi Senft
Stumpen appretiert
Der Stumpen wird appretiert. Auf dem Regal im Hintergrund verschiedene Hutformen
© Hilde und Willi Senft

Wandervorschlag#

Bei der in der Nähe von Bad Aussee gelegenen BLAA-ALM, zwischen Hohem Sandling und Loser, erstreckt sich ein prachtvolles Schi- und Langlaufgebiet. Es beginnt bei der Loser-Maut und führt in einem Rundkurs zu den romantischen Hütten der Blaa-Alm. Wiesenstücke wechseln mit kleinen Waldflecken; die urigen Holzzäune und kleinen Heuhütten machen die Loipe ungemein abwechslungsreich. Darüber bauen sich auf der einen Seite die Nordabstürze des Losers mit Hochanger, Atterkogel und Bräuningzinken auf, auf der anderen Seite sind es die Steilflanken des Hohen Sandlings.
Will man noch bis Ostern dem Langlaufsport frönen, steht oben am Augstsee (erreichbar über das Bergrestaurant am Endpunkt der Loser-Straße) in 1.600 m Seehöhe ein zwei Kilometer langer Rundkurs zur Verfügung. Von dieser Sonnenmulde aus genießt man auch den berühmten Ausblick hinüber zum Dachstein.

Quellen#

  • Hilde und Willi Senft: Geheimnisvolles Salzkammergut. Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Leopold Stocker Verlag, Graz 2002; 2. Auflage 2003.


Redaktion: Hilde und Willi Senft