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Adventsonntage - Heimatlexikon - Alltagskultur

Adventsonntage#

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Adventkränze - Symbole der Vorweihnachtszeit, © Helga Maria Wolf
Adventkränze - Symbole der Vorweihnachtszeit
© Helga Maria Wolf

Der Advent (lat. adventus - Ankunft) ist die Zeit vor Weihnachten. Mit ihm beginnt das Kirchenjahr. In den ersten christlichen Jahrhunderten war die Länge regional unterschiedlich. Eine, drei vier, fünf oder sechs Wochen sollte man sich auf das Kommen des Erlösers mit Fasten (bis 1917 !) und guten Werken vorbereiten.Um 600 legte Papst Gregor der Große die Zahl der Adventsonntage auf vier fest. Im Lauf des Mittelalters setzten sich die Orden für die vierwöchige Adventzeit ein, im 16. Jahrhundert wurde sie für die ganze Kirche vorgeschrieben.

Theologen haben den Weihnachtsfestkreis dem österlichen nachgebildet. In den Wochen vor dem Fest, einer „geschlossenen Zeit“, waren feierliche Trauungen und Tanz verboten: Im Gottesdienst entfällt das Gloria. Der „rosa Sonntag“ Laetare findet sein Gegenstück im 3. Adventsonntag Gaudete. Zu Ostern feiern die Gläubigen das Triduum (Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag), zu Weihnachten drei Messen. In der Osternacht, wie in der Christmette, besingen sie die heilige Nacht. Beiden Hochfesten folgen eine Oktav (Weißer Sonntag - Neujahr), eine Festzeit ( sieben bzw. zwei Wochen) und ein Schlussfest (Pfingsten - früher Maria Lichtmess). Schließlich waren beide Kirchenfeste wichtige weltliche Rechtstermine für Pacht, Zins und Dienstbotenwechsel. Die Sonntage der Fastenzeit trugen lateinische Namen nach dem Beginn des Eingangsgebetes (Introitus). Das bürgerte sich bei den vier Adventsonntagen so nicht ein. Eine Ausnahme bildet der dritte Adventssonntag Gaudete, nach dem Anfangswort „Gaudete in Domino semper“,(„Freut Euch im Herrn allezeit“). Bis in die jüngste Vergangenheit waren im weltlichen Bereich für den dritten und vierten die Bezeichnungen silberner und goldener Sonntag bekannt. Für die Geschäftsleute, die an diesen beiden Sonntage für Einkäufe offen halten durften, trafen diese Bezeichnungen wirklich zu. Analog hieß dann der erste eiserner und der zweite kupferner Sonntag.


Quelle:

  • Helga Maria Wolf. Weihnachten Kultur & Geschichte. Wien - Köln - Weimar 2005

Redaktion: hmw