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Almauftrieb#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Almauftrieb
Almauftrieb
© Österreich Werbung / Fotograf: Kai Loeffelbein

Der normale Zeitpunkt für den Almauftrieb - den jährlichen Beginn der Almbewirtschaftung - fällt je nach Höhenlage der Alm in die Zeit zwischen Anfang Mai und Ende Juni (meist um Pfingsten). Für ein und dieselbe Alm können aber je nach Witterungsverlauf und vorjähriger Nutzungsart Verzögerungen bis zu vier Wochen eintreten.

Die Almbewirtschaftung als Wirtschaftsform prägt das Landschaftsbild in den Alpen (ein Fünftel der Gesamtfläche Österreichs sind Almen): als Almen bezeichnet man jene Sommerweidegebiete, die in den österreichischen Bergen meist über 1.000 Meter hoch liegen, im Sommer durch das aufgetriebene Vieh beweidet und getrennt bewirtschaftet werden. In Vorarlberg und Westtirol ist der alemannische Begriff "Alpe" gebräuchlich; in einigen Teilen Niederösterreichs spricht man auch von "Schwaigen".

Almen wurden bereits in den Jahrhunderten vor Christus wirtschaftlich genutzt; als im 12. und 13. Jahrhundert die Besiedlungsdichte in den Ostalpen rasch zunahm, kam es zur Rodung von Waldflächen und zur Errichtung von Almen (in den Aufzeichnungen als "Schwaigen" angeführt; diese mussten an ihre Grundherrschaft Käse und Butterschmalz "zinsen".)

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Besonders der Almabtrieb wird fast überall festlich begangen (Bregnzerwald).
© Hilde und Willi Senft
Knapp vor dem industriellen Wirtschaftsaufschwung im 18. und 19. Jahrhundert war die Almwirtschaft für die Selbstversorgung der bäuerlichen Bevölkerung von großer Bedeutung.

Einst trieben die Sennerinnen und Senner die Kühe im Sommer auf die Almen und produzierten Butter und Käse für die Talbewohner. Heute finden sich nur wenige Menschen, die die harte Arbeit auf sich nehmen: nun sind es manchmal die Altbauern, aber auch Studenten, Pensionisten und "Aussteiger auf Zeit", die vom Stadtleben genug haben, findet man auf den Almen.

Am Ende der Almzeit, meist im September, findet der Almabtrieb statt.

Durch das jährliche Abweiden der Vegetation mit Haustieren werden Flächen offengehalten, die sonst verwalden würden. Zusätzlich weist die Bewirtschaftung der Almen in vielen Bereichen auch eine Schutzfunktion auf (durch die Beweidung der oft steilen Flächen wird das Auftreten von Erosionen verhindert).

--> Almauftrieb im Zillertal in Tirol, 1934 (Video-Album)

--> Die schönsten Almen Österreichs (Bibliothek)

Quellen#