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Alt-Österreich zur See#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

IMAGNO/Austrian Archives (AA)
Seeschlacht bei Lissa 20. Juli 1866; die österreichische Kriegsmarine gegen die italienische FLotte. Öl auf Leinwand. Carl Frederik Soerensen. Um 1870
© IMAGNO/Austrian Archives (AA)

Obwohl bereits im 14. Jahrhundert erste Küstenlandstriche der Adria in habsburgischen Besitz gelangten, kam es erst im 17./18. Jahrhundert unter Kaiser Joseph II zur Gründung einer eigenen Kriegsmarine (eine Donauflottille, um einerseits den osmanischen Flussstreitkräften ein Gegengewicht bieten zu können, andererseits die militärischen Landoperationen zu unterstützen), die jedoch aus finanziellen Schwierigkeiten nur wenige Kriegsschiffe umfasste.

Mit dem Frieden von Campoformido (1797) gelangten nicht nur Venedig und Dalmatien in österreichischen Besitz, sondern auch die venetianische Flotte, die den Kern der späteren Kriegsmarine bilden sollte.

Venedig blieb vorerst auch während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Haupthafen der Kriegsmarine und wurde erst dann durch eigene Kriegshäfen (Pola und Cattaro) abgelöst.

Die österreichische Kriegsmarine war mehrfach erfolgreich (u.a. mit den Seesiegen Wilhelm von Tegetthoffs bei Helgoland 1864 (Deutsch-Dänischer Krieg, den Österreich an der Seite Preußens um Schleswig führte) und bei Lissa 1866 (gegen die mit Preußen verbündeten Italiener; wenn auch dadurch der Preußisch-österreichische Krieg nicht gewonnen werden konnte.

IMAGNO/Austrian Archives (AA)
Die österreichische Fregatte Novara segelte um die Welt von 1857-59. Am 15. April erreichte das Schiff Singapur. Der Tjintak Kjong Temple.
© IMAGNO/Austrian Archives (AA)

Neben der militärischen Aufgabe kam der Marine auch andere Bedeutung zu, die sich in zahlreichen Forschungsreisen österreichischer Kriegsschiffe manifestierte (auch wenn heute bezweifelt wird, dass wissenschaftliche Forschung das oberste Ziel der Expedition war!).l

Neben der ersten Weltumsegelung der Fregatte "Novara" (1857 – 1859] wurden Reisen nach Asien, Amerika, Afrika, Australien und in die Arktis unternommen.

Unter den Marinekommandanten Hermann von Spaun, Rudolf Montecuccoli und Anton Haus entstand die 'moderne' Flotte, mit der die Österreichisch-Ungarische Monarchie in den Ersten Weltkrieg eintrat (1908 wurden die ersten österreichischen U-Boote in Dienst gestellt).

Während des Ersten Weltkrieges war die k.u.k. Kriegsmarine vor allem mit dem Schutz der dalmatinischen Küste beschäftigt; durch den Zerfall der Donaumonarchie im Herbst 1918 war Österreich zu einem Binnenland geworden; die Schiffe der ehemaligen k.u.k. Kriegsmarine wurden auf die Nachfolge- und Siegerstaaten aufgeteilt.

Literatur#

  • David G. L. Weiss, Gerd Schilddorfer, "Novara" – Österreichs Traum von der Weltmacht.
  • H. F. Mayer und D. Winkler, Als Österreich die Welt entdeckte, 1991
  • P. Schupita, Die k. u. k. Seeflieger, 1983
  • A. E. Sokol, Seemacht Österreich, 1972
  • H. H. Sokol, Österreich-Ungarns Seekrieg 1914-18, 1973

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl