unbekannter Gast

Alte Ananas Marille#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Alte Ananas Marille
Alte Ananas Marille
© Arche Noah
Alte Ananas Marille
Alte Ananas Marille
© Arche Noah

VI. SORTENGRUPPE: #

Ananas-Marillen, Type 37 (Marillensystem nach Sortengruppen und Bestimmungsschlüssel Literatur: Prof. Löschnig „Die Marille“)

HERKUNFT:#

Alte Ananas ist keine reine Sorte, sondern eine Population, die neben den übrigen Ananasformen wahrscheinlich aus der Großen Gemeinen Marille hervorgegangen ist. Sie ist in allen Marillengebieten anzutreffen, dürfte aber heute nur mehr wenig vermehrt und angebaut werden. Erstmalig beschrieben von Prof. Löschnig in „Die Marille“ 1954.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Die Frucht des zugesandten Sortentyps ist groß 49 – 52 mm hoch, 45 – 52,5 mm breit und 50 – 55,5 mm dick, Fruchtformfaktor unter 1,1, von rundlicher Form, rundbackig, das spezif. Gewicht liegt unter 1, die meisten Früchte schwimmen im Wasser. Die Bauchnaht teilt die Frucht in ungleiche Hälften, sie ist gerade bis gebogen, gegen den Stempelpunkt zu eine schwach vertiefte Furche, dem Stiel zu stark vertieft, die Stielbucht ist tief und gespalten. Fruchtgewicht 54 – 77 g.

FRUCHTSCHALE:#

ist feinwollig, orangegelb mit sonnseits orangefärbiger Tönung, ebenfalls sonnseits vereinzelt kleine rötliche Punkte, nicht immer vorhanden, ohne sonstige Röte.

FRUCHTFLEISCH:#

Orangegelb, an der Schale hochfärbiger, gegen den Stein lichter gefärbt, mit Fibern durchzogen, mittelfest, mittelmäßig saftig, der Geschmack ist kürbis bis melonenhaft gewürzt, oft auch etwas fade, unter der Schale und die Schale selbst säuerlich, im Innern der Frucht süßer, in der Überreife schwach mehlig.

STEIN:#

ist groß, breitoval, 3,2 g schwer, mit etwa 5 % vom Fruchtanteil, liegt schwach hohl, löst sich leicht vom Fruchtfleisch, ist überwiegend schmalbauchig, 27,3 – 28,5 mm hoch, 10,8 – 13,2 mm breit, 20,2 – 24 mm dick, mit einem durchschnittlichen Steinfaktor von 2,88. Die Ausbildung der Haupt- und Nebenkanten so wie deren Maße sind recht unterschiedlich. Die Hauptkante tritt oft scharf hervor und ist dann schartig. Der Rücken des Steines ist vollkommen geschlossen, vereinzelt können darin Löcher auftreten. Der Same ist süß.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Der Baum wächst mittelstark bis stark, bildet feinästige große Kronen, ist widerstandsfähig und fruchtbar. Holztriebe sind lichtbraunrot bis dunkelrot. Die Blätter länglich rund mit breit angelegter ausgezogener Spitze a : b = 1,3, doppelt rund gezahnt. Der Blattstiel ist rot bis dunkelrot, unterschiedlich lang, meist mit zwei Drüsen besetzt.

BLÜTE:#

Blühverhältnisse dieses Sortentyps sind nicht genauer untersucht, zumeist blüht die „Alte Ananas-Marille“ ziemlich früh.

REIFEZEIT:#

Die Sorte reift mittelfrüh, etwa im zweiten Viertel der Marillenzeit, der zweiten Hälfte Juli, etwa zugleich mit der Sorte „Marille von Breda“.

KRITISCHE BEURTEILUNG:#

Die „Alte Ananas-Marille“ gehört zu den ältesten Sorten, es handelt sich um eine Population mit mehr oder weniger wertvollen Typen, sie hat große Ähnlichkeit mit der Sorte „Marille von Breda“, erreicht ein hohes Alter. Jener Baum, von dem die Früchte stammen, ist etwa 70 – 80 Jahre alt. Die Früchte sind gut im Geschmack.

BESONDERE ERKENNUNGSMERKMALE:#

An der orangegelben Farbe, rundlichen Form, Fruchtformfaktor unter 1, mit gespaltener, nicht runder Stielbucht, schlankbauchigem Stein, Steinformfaktor über 2,7 und gut verwachsenem Steinrücken.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)