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Antonowka (Possarts Nalivia)#

Herbst-/Frühwinterapfel#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Antonowka
Antonowka
© Arche Noah
Antonowka
Antonowka
© Arche Noah

HERKUNFT: #

Die Sorte stammt aus Rußland und wurde von dort nach Deutschland unter zwei verschiedenen Namen eingeführt. Justizrat Possart in Zülichau erhielt sie aus Moskau zu Beginn des vorigen Jahrhunderts als Nalivia. Etwa 50 Jahre später kam die gleiche Sorte aus Riga (Lettland) abermals nach Deutschland und wurde diesmal unter dem russischen Namen „Antonowka“ weiterverbreitet. In Rußland ist diese Sorte sehr weit verbreitet. Die abgebildeten Früchte stammen von einem Baum im nördlichen Waldviertel sowie von einem südlich des Tullner Beckens. Edelreiser dieser Sorte wurden neben anderen Sorten, vor und nach dem zweiten Weltkrieg, von kleineren Baumschulen des Waldviertels aus Rußland bezogen und dort weitervermehrt, wo sie sich sehr gut bewährt und als ertragssicher gezeigt haben.

FRUCHTBESCHREIBUNG: #

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, im Mittel etwa 75 mm hoch und 80 mm breit, sehr gut entwickelte Früchte auf guten Standorten können bis zu 90 mm hoch und 99 mm breit werden, durch die oft stark ausgebildeten Rippen in der Gestalt sehr variabel, abgeflacht kugelförmig bis kugelig-konisch, kalvillartig gerippt, wobei sich die Rippen oft sehr stark ausgeprägt von der Kelchgrube bis zur Stielfläche ziehen, mittelbauchig bis schwach stielbauchig, Querschnitt kantig.

SCHALE: #

Ist glatt, geschmeidig, zuerst hellgrün, später strohweiß bis schwach gelblich, besonders sonnwärts, Schalenpunkte wenig bemerkbar, sparsam, sehr fein, bräunlich, Anflüge von Rost sind nicht häufig, die Frucht welkt nicht, Geruch fehlt.

KELCH: #

Ist geschlossen, Blättchen sind lang zugespitzt, grünlich, stark flaumig bewollt, nach innen geneigt, aufrecht, Einsenkung ist ziemlich tief, mäßig weit, von Rippen umgeben, die kalvillartig über die Frucht verlaufen. Kelchröhre bei höher gebauten Früchten oft sehr lang und breit, reicht bisweilen offen ins Kernhaus, bei rundlicheren Früchten ist sie mehr kegelförmig.

STIEL: #

Ist kurz, 8-15 mm lang, dick, holzig, hellbraun, bewollt, die Höhle ist tief, mittelweit, faltig, hellbraun strahlig berostet.

FRUCHTFLEISCH: #

Ist weiß, ziemlich feinzellig, etwas locker, saftreich, schwach gewürzt, weinig, wenig vorherrschend süß.

KERNHAUS: #

Ist sehr groß, hohlachsig, Fächer geräumig, Wandungen sind zerrissen, zwiebel- bis eizwiebelförmig, Samen gut ausgebildet, eiförmig, kurz gespitzt, braun, meist zu zweit pro Fach.

BAUMEIGENSCHAFTEN: #

Er wächst in der Jugend kräftig, bildet als Hochstamm eine mehr breite als hohe Krone und ist dabei sehr früh reich und ziemlich regelmäßig tragend. Typisch ist das große gesunde Laub.

GEEIGNETE BAUMFORM: #

Ist der Hoch- und Halbstamm, läßt sich aber auch auf schwachwüchsigen Unterlagen in den kleinsten Baumformen erziehen, wo er sehr früh und regelmäßig trägt.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE: #

Die Sorte eignet sich für höchste Obstlagen bis 1400 Meter und gilt als äußerst winterhart. Sie ist auch in solchen Randlagen ein reicher und sicherer Träger. Die Frucht ist windfest.

BLÜTE: #

Ist mittelfrüh blühend.

POLLENSPENDER: #

Ja, Pollen ist gut.

BEFRUCHTERSORTEN: #

Hiezu liegen keine Versuchsergebnisse oder Literaturangaben vor.

PFLÜCKREIFE: #

Kann früh gepflückt werden, etwa Anfang Oktober. Genußreife: Er wird im November genußreif.

LAGEREIGENSCHAFTEN: #

Aus tieferen Lagen ist er ein später Herbst- bis Frühwinterapfel und bis Ende November oder Anfang Dezember haltbar, während er besonders aus Höhenlagen als Winterapfel verwendet werden kann und unter günstigen Lagerbedingungen bis etwa Weihnachten (Waldviertel) halten soll. Die in manchen Literaturstellen angeführte Haltbarkeit bis Anfang Februar kann nicht bestätigt werden.Auf dem Lager welkt die Sorte nicht.

ERTRAG UND EIGNUNG: #

Er ist auch auf großen Baumformen ein früher reicher und ziemlich regelmäßiger Träger, auch unter ungünstigen klimatischen Gegebenheiten. Eignet sich als guter Tafelapfel, zur Süßmosterzeugung, für Dörrobst nicht geeignet, wird braun.

PFLEGEHINWEISE: #

Nach Aufbau der Krone nur selten Schnittmaßnahmen nötig.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT: #

Die Sorte ist sehr widerstandsfähig, gesund und frosthart.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)