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Apostelmahl von Mariazell#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Apostelmahl
Beim „Apostelmahl" nach der Fußwaschung sitzt eine lebensgroße Christusstatue zwischen den zwölf Männern.
© Willi Senft

Um die Osterliturgie ranken sich im weitesten Sinne viele Bräuche. So zum Beispiel, dass es am Gründonnerstag an vielen Orten eine „Fußwaschung" an alten und gebrechlichen Personen oder - wie in Graz - auch an Studenten usw. gibt. In Mariazell Mariazell, Steiermark geschieht diese Fußwaschung traditionell an zwölf Männern aus dem Altenheim.

Das wäre nun nicht weiters bemerkenswert. Das Besondere an den Gründonnerstag-Bräuchen in Mariazell ist aber, dass es nachher ein schlichtes, festliches Mahl mit Fisch und Wein gibt und dass dabei eine lebensgroße bekleidete Christusstatue mitten unter die zwölf Männer an den Tisch gesetzt wird.

Die Fußwaschung findet also im Anschluss an das Evangelium in der Kirche statt, und dabei tragen die zwölf traditionell blaue Mäntel (wahrscheinlich, um die seinerzeitige Dürftigkeit der Kleidung der Altenheiminsassen zu verdecken). Nach dem Gottesdienst gehen die zwölf Männer, geleitet von einem „Apostelführer", zum Gasthaus, wo das „Apostelmahl" mit der Christusstatue stattfindet. Für die Mahlzeit kommen übrigens traditionell wohlhabende Bürgerfamilien von Mariazell auf.

Quellen#

Text und Bild aus: Steirischen Geheimnissen und Kuriositäten auf der Spur, Hilde und Willi Senft, MEDIA Marketing G.m.b.H. 2000


Redaktion: Hilde und Willi Senft