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Aussterbende Nutztierrassen#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Kärntner Blondvieh
Kärntner Blondvieh.
Aus: Wikicommons

Mit dem Beginn der Domestikation, der Haltung und später auch der Zucht von Haus- und Nutztieren machte die Menschheit einen epochalen Schritt. Unter verschiedensten geografischen und klimatischen Bedingungen konnte sich eine Vielzahl von Rassen bei allen wichtigen Haustierarten herausbilden, die perfekt an die Lebensbedingungen angepasst waren.

Zahlreiche, früher sehr beliebte und weit verbreitete Rassen wurden durch die moderne Hochleistungszucht (scheinbar) unwirtschaftlich geworden und drohen langsam auszusterben. Der Abbau der Rassenvielfalt und somit der Verlust der genetischen Vielfalt durch moderne Biotechniken wie künstliche Besamung und Embryotransfer beschleunigt.

Damit geht nicht nur kostbares Erbgut, das seit Jahrhunderten bei uns beheimatet ist, unwiederbringlich verloren, sondern auch ein Stück "lebende Kulturgeschichte" verschwindet für immer.

In Österreich widmet sich die Österreichische Nationalvereinigung für Genreserven (ÖNGENE) der Bestandsaufnahme einheimischer gefährdeter Nutztierrassen und ergreift Maßnahmen zur Erhaltung der gefährdeten Rassen.

1986 wurde der "Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen" (= VEGH) (heute ARCHE AUSTRIA) gegründet, der sich für die Erhaltung gefährdeter Haustierrassen einsetzt.

Das Ziel ist die Erhaltung der ursprünglichen Vielfalt der österreichischen Nutztiere und damit die Bewahrung wichtiger Genreserven.

Allein in Österreich sind über 40 Nutztierrassen gefährdet und damit auch ihre wertvollen Eigenschaften. Der Bogen spannt sich von Pferderassen (Lipizzaner, Noriker, Shagya-Araber) über Rinderrassen (Ennstaler Bergschecke, Hinterwälder Rind, Kärntner Blondvieh, Murbodner Rind, Tiroler Grauvieh, Tux-Zillertaler Rind), Schweinerassen (Mangalitza Schwein, Turopolje Schwein), bis hin zu Schafen (Alpines Steinschaf, Kärntner Brillenschaf, Montafoner Steinschaf), Ziegen (Tauernscheckenziege, Vierhornziege) und Geflügel und Kaninchen.

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl