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Der Bauernpapst von Obdach#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Der „Bauernpapst" von Obdach
© Willi Senft

Dieser ist in der Spitalskirche zu Obdach Obdach, Steiermark als schöne gotische Arbeit zu bewundern: Es handelt sich tatsächlich um die Darstellung eines Papstes - an seinen Insignien zu erkennen. Um welchen Papst es sich handelt, ist nicht zu eruieren. Wahrscheinlich wird aber mit der Figur der hl. Petrus dargestellt.

Die wunderschöne Statue aus Lindenholz stammt aus der Zeit um 1500, ist etwa einen Meter hoch und vom Künstler äußerst lebensnah getroffen, aber mit bäuerlichen Zügen ausgestattet. Sie dürfte aus einer Judenburger Werkstatt stammen.

Besonders gelungen ist der greisenhafte Ausdruck der Figur: Der ausgezehrte Körper ist leicht vorgeneigt, das Antlitz hager, faltenreich-verkniffen und der Mund offensichtlich zahnlos.

Wissenschafter sagen uns, daß Ähnlichkeiten mit den Kirchenväterbüsten an der Kanzel des Wiener Stephansdomes, von Anton Pilgram, zu erkennen sind.

Die sehnige Halspartie, der stark herausgearbeitete Adamsapfel und der gesamte Gesichtsausdruck sind „steirisch" und nicht südländisch-römisch. Wenn Maria und Joseph, ja sogar der Herrgott sowie alle anderen Heiligen immer wieder „steirisch" dargestellt werden, dann soll es wohl auch mit dem Papst so sein...

Wandertip#

Bei der Anfahrt nach Obdach kommen wir an der Ruine Eppenstein vorüber, und es sei hier eine interessante, nicht allzulange Rundwanderung hinauf zur Ruine empfohlen.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz unterhalb des Burgberges. Gut beschildert und markiert kann man die Wanderung - je nach Belieben - auch bis Maria Buch bzw. Judenburg ausdehnen. Zuerst geht es über Wiesen und dann durch einen schönen Mischwald in weitem Bogen auf die Ruine zu. Wir erreichen vorerst die Reste des äußeren Burghofes, und über eine Holzbrücke (ehemaliges „Eisernes Tor") und einen Holzsteg geht es weiter zum „Inneren Burgtor" und über Holztreppen in sehr romantischer Umgebung hinauf zum „Pallas". Auf einem Steig gelangt man zum höchsten Punkt im Turm, wo sich auch der älteste Teil, die aus dem Jahre 1000 stammende Ringburg, befand.

Über den Weg Nr. 2 gehen wir sodann über Mühldorf zur Bundesstraße und zum Parkplatz zurück. (Rundweg: 2 Std., Karte Freytag & Berndt, Nr. 21)

Quellen#

  • Text und Bild aus: Steirischen Geheimnissen und Kuriositäten auf der Spur, Hilde und Willi Senft, MEDIA Marketing G.m.b.H. 2000


Redaktion: Hilde und Willi Senft