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Bergfeuer Ehrwald#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Jährlich zur Sommersonnwende am 21. Juni leuchten im Ehrwalder Talkessel die Bergfeuer.

Schon in vorchristlicher Zeit entstanden Feuerbräuche zur Sonnenwende. Anlässe dazu waren beispielsweise Vertreibung des Winters und böser Geister, Kreidefeuer im Kriegs- und Notfall oder zu besonderen Festen in manchen Gemeinden.

Die Geschichte der Ehrwalder Bergfeuer lässt sich bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. In den Tiroler Freiheitskämpfen im 18. und 19. Jahrhundert waren sie Zeichen zum Aufbruch für die wehrfähigen Männer. In Verbindung mit dem Landesgelöbnis 1796 in Brixen und der Weihe des Landes an das "Herz Jesu" entstanden im Zusammenhang mit den "Johannisfeuern" sehr lebendige Bräuche, die vor allem von Burschen und Männern getragen wurden.

Anfang der 50er Jahre gestalteten die Mitglieder der Feuerwehr und der Katholischen Jugend in Ehrwald immer vielfältigere Symbole auf den Berghängen. Aus Einzelfeuern entwickelten sich leuchtende Bergketten religiöser Symbole (vor allem Kreuze und Herzen).

In den Nachkriegsjahren wurden Holzstöße und Autoreifen angezündet, aber bald wurde auf andere Brennmaterialien zurückgegriffen. Sehr bewährt haben sich in Rapsöl getränkte Sägespäne.

Es entwickelten sich regelrechte Bergfeuergruppen, die untereinander um immer eindrucksvollere Feuersymbole wetteifern. Diese Gruppen planen unter Geheimhaltung jedes Jahr neue Feuerbilder.

Die Nachbardörfer Lermoos und Biberwier schließen sich diesem friedlichen Wettstreit an. Etwa 8000 Feuer werden ausgelegt, und am Samstag um die Sommersonnenwende entzündet. Diese Bergfeuer gelten mittlerweile als die formreichsten im Alpengebiet.

Tausende Besucher kommen an diesem Abend in den Talkessel und wollen dieses jährliche Schauspiel sehen. Im Jahr 2010 wurden die Ehrwalder Bergfeuer von der UNESCO-Kommission als Immaterielles Kulturerbe eingetragen.


--> www.bergfeuer.at

Quellen#


Redaktion: K. Ziegler