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Birne von Tongern#

Herbstbirne#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Birne von Tongern
Birne von Tongern
© Arche Noah
Birne von Tongern
Birne von Tongern
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Die Birne von Tongern ist ein Zufallssämling, die um 1811 von Ch. L. Durandeau, einem gärtnerisch interessierten Bierbrauer in Tongern - Notre Dame (Provinz Hennegau, Belgien) erzogen worden sein soll. Die abgebildeten Früchte stammen aus dem nordöstlichen Weinviertel. Synonyme: Tongern, Beurré Durandeau.

FRUCHTBESCHREIBUNG: #

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, 85–95 mm hoch, 55–75 mm breit, von großen Baumformen im Durchschnitt etwas kleiner, die Form variiert etwas, von birnen- über kreisel- bis tropfenförmig, kelchbauchig, kelchwärts kugelig gerundet bis breit abgestumpft, mitunter etwas beulig, stielwärts kegelförmig und einseitig meist eingezogen.

SCHALE: #

ist fest, glatt bis feinrauh, mattglänzend, sonnseits in der Röte glänzend, vom Baum gelbgrün, später hellgelb bis goldgelb, auffällig und bestimmend ist jedoch die zimt- bis bronzefarbene Berostung und die dicht über die Frucht verteilten ähnlich gefärbten Lentizellen, sonnseits häufig mit karminrotem bis bräunlichrotem Anflug überdeckt.

KELCH: #

ist groß offen, Blättchen verhornt, kleinblättrig, löffelartig nach oben oder außen gestreckt, sitzt in flacher bis mitteltiefer Einsenkung, diese kann eben bis leicht gerippt sein, sie ist stets zimtartig bisweilen auch schuppig berostet.

STIEL: #

kann mittellang bis lang sein, bei den erhaltenen Früchten war er fast durchwegs nur mittellang (20–30 mm), mitteldick bis dick, holzig, meist schwach bis deutlich gebogen, braun, auf der Sonnseite mit weißlichgrauen erhabenen Punkten versehen, er ist meist oben aufsitzend, seltener wie leicht eingesteckt, meist von Fleischringeln umgeben, oft von Fleichwulst seitlich gedrückt.

FRUCHTFLEISCH: #

ist gelblichweiß, feinzellig, saftreich, schmelzend (in warmem Boden und besten Lagen) bis halbschmelzend, von sehr angenehm süßsäuerlichem aromatischem Geschmack, harmonisches Zucker-Säureverhältnis.

KERNHAUS: #

ist klein, schwach hohlachsig, von sehr feinkörnigem Steinzellenkranz umgeben, die kleinen Kammern enthalten nur zum Teil gut ausgebildete Kerne, diese sind schwarzbraun, breitoval, zugespitzt.

BAUMEIGENSCHAFTEN: #

Der Baum wächst im Jugendstadium mittelstark, im Ertragsstadium schwach. Gerüstäste sind dünn, bald hängend, ohne kräftigen Erziehungsschnitt bildet sich von Natur aus eine breitpyramidale hängende Krone, zur Vergreisung neigend.

GEEIGNETE BAUMFORM: #

ist der Niederstamm (Busch, Spindelbusch, Spalierformen) auf Sämlingsunterlagen. Die Quitte ist wegen baldiger Erschöpfung und kurzer Lebensdauer nicht empfehlenswert und wenn, dann nur mit Zwischenveredlung. Eignet sich auch zum Umveredeln anderer wüchsiger Sorten.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE: #

Für gute Fruchtqualität sind nährstoffreiche wärmere genügend feuchte, nicht nasse Böden nötig, ist klimatisch breiter ausbaufähig, bei windgeschützten Standorten bis 200–300 m. Ist in der Baumreife windempfindlich, fällt leicht ab. BLÜTE: ist mittelfrüh, lang während, mittelmäßig frosthart.

POLLENSPENDER: #

ja, ist diploid. BEFRUCHTERSORTEN: Boscs Flaschenbirne, Bunte Julibirne, Köstliche von Charneu, Clairgeau, Clapp´s , Conference, Gellerts Butterbirne, Gräfin von Paris, Gute Luise, Madame Verte´, Williams, u.a.

PFLÜCKREIFE: #

ist Ende September bis Anfang Oktober, relativ frühe Ernte wirkt Fäulnis entgegen, wird auch von Wespen gerne heimgesucht.

GENUSSREIFE: #

Oktober bis November, wird dann bald teigig. LAGEREIGENSCHAFTEN: je nach Herkunft (wärmere/kühlere Lagen) Oktober bis November mit laufender Kontrolle auf Fäulnis und Teigigwerden nötig.

ERTRAG UND EIGNUNG: #

Ertrag setzt früh ein, ist bald hoch und ertragssicher, eignet sich als sehr gute Tafelbirne und alle Wirtschaftszwecke. PFLEGEHINWEISE: straffer Erziehungsschnitt, im Ertragsstadium durch öftere Schnittmaßnahmen der Vergreisung entgegenwirken.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT: #

auf geeigneten Standorten wenig anfällig, feuchte Standorte Schorf und Krebs, wird von innen leicht teigig.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)