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Blechschmiede#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Firmenreklame
»Lampen und Blechwaaren Fabriks-Niederlage des Carl Demuth ›Zur Stadt London‹«. 1834. Lithographie. Firmenreklame aus: »Wiener allgemeine Theaterzeitung«, No. 11 vom 15.1.1834
© Ch. Brandstätter Verlag

Blechschmiede schlugen schwarze Blechtafeln, ursprünglich mit der Hand, was beschwerlich und zeitraubend war, später unter wassergetriebenen Hammerwerken. Das möglichst weiche, zähe Vormaterial (Modelleisen) in Form von Flachstäben wurde mehrfach gefaltet und unter dem Hammer zusammengeschlagen.

In mehreren Arbeitsgängen schmiedete man diese Bandeisen zu Blechen mit der gewünschten Dicke aus. Um die entstandenen Unebenheiten und Beulen auszugleichen, kamen die Bleche noch unter den Pritsch- oder Abrichthammer. Das Handelsmaß dieser Bleche war meist quadratisch mit einer Kantenlänge von ungefähr sechzig Zentimetern. Aus den stärksten Blechen wurden beispielsweise die Siedepfannen für die Salinen hergestellt. So bestanden im Mittelalter die Salzpfannen in allein aus fünfhundert einzelnen miteinander vernieteten, vier Millimeter starken Blechplatten, wobei die Nahtstellen mit einem Kitt aus Kalk, Salz und Lumpen abgedichtet werden mussten.

Einen großen Aufschwung nahm die Blechherstellung, als es möglich wurde, die Bleche zu verzinnen. Die ersten Weißblecherzeugnisse stammten aus Wunsiedel und Weißenberg im Fichtelgebirge, wo sich ergiebige Zinnlagerstätten befanden, und wurden im oberdeutschen Raum seit dem 14. Jahrhundert gehandelt. Vor der Verzinnung wurden die Bleche ein paar Tage in eine Beize aus Roggenschrot und zugesetztem Sauerteig gelegt, dann abgewaschen und noch feucht für einige Minuten in ein Zinnbad getaucht. Nach der Trocknung polierte man die Flächen gewöhnlich mit Schlemmkreide.

Im allgemeinen wurden die fertigen Bleche in Bunden verkauft und zusammengerollt in Fässern zu den Abnehmern, das waren beispielsweise Helmschmiede, Plattner, Beckenschläger, Klempner und Schlosser transportiert.

Quellen#

  • Verschwundene Arbeit, R. Palla, Christian Brandstätter Verlag, 2010

... mit freundlicher Genehmigung des Christian Brandstätter Verlags.