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Bleiburger Wiesenmarkt#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Bleiburger Wiesenmarkt
Bleiburger Wiesenmarkt.
Foto: Raul de Chissota. Aus: Wikicommons

Der Bleiburger Wiesenmarkt - das größte und älteste Volksfest des Kärntner Unterlandes - wird seit 1393 ununterbrochen abgehalten.
(Dies bedeutet schon 99 Jahre vor der Entdeckung Amerikas gab es den Bleiburger Wiesenmarkt!)

Um die Entwicklung der Stadt Bleiburg Bleiburg Kärnten zu fördern, die nach schweren Verwüstungen wirtschaftliche Probleme hatte, verlieh Herzog Albrecht am 16. März 1393 das Recht zur Abhaltung eines Wiesenmarktes, der am 15. August stattzufinden hatte.

Kurze Zeit fand der Markt innerhalb der Stadtmauern Platz; doch er entwickelte sich rasch zum größten Viehmarkt Unterkärntens. Aus ganz Kärnten, der Steiermark, Krain und sogar Italien kamen Händler und Käufer zum Markt, so dass er nach außerhalb auf eine größere Wiese verlegt werden musste.

Der Stadtrichter Hanns Katschnik setzte 1428 einen Vertrag zwischen der Stadt Bleiburg und dem (jeweiligen) Besitzer der Wiese bezüglich des Nutzungsrechtes auf, der noch heute Gültigkeit hat. (Dieser Vertrag ist einer der ältesten, heute noch gültigen in Europa!)

So übergeben seit damals jedes Jahr die Vertreter der Stadt den Besitzern der Wiese einen roten Samtbeutel, in dem 2 Lot (alte Maßeinheit) Muskat und Gewürznelken sowie die kleinsten sich im Umlauf befindlichen Münzen enthalten sind - als Anerkennung für das Benützungsrecht der Wiese.

Als Zeichen für den Markt wird alljährlich die "Freyung" aufgestellt, eine lange geschmückte Stange, auf der ein Arm mit einem Schwert befestigt ist: als weithin sichtbares Zeichen, dass die Gewalt der Herzöge über die Einhaltung der Marktregeln achtet und jeden bestraft, der zuwiderhandelt.
(Seit 1994 wird die Freyung am Freyungsbrunnen von Kiki Kogelnik am Bleiburger Hauptplatz aufgestellt.)

Für viele Menschen war früher der Markt die einzige Gelegenheit im Jahr, bestimmte Waren zu erstehen; so wurde oft der Jahresbedarf an Kleidung, Geschirr, Werkzeug etc. am Bleiburger Wiesenmarkt eingekauft.

Bis 1842 wurde der Wiesenmarkt ununterbrochen jeweils am 15. August abgehalten; 1842 erfüllte Kaiser Ferdinand I. einen langersehnten Bürgerwunsch und verlegte den Bleiburger Wiesenmarkt auf den Montag zu oder nach Egyd (1. September).

So wird seit damals der Bleiburger Wiesenmarkt immer Anfang September abgehalten.

Verbunden mit dem wirtschaftlichen Erfolg war die Ausweitung zu einem beliebten Volksfest, das bis heute erhalten geblieben ist. Der Markt, die vielen Festzelte der heimischen Gastronomie und der große Vergnügungspark sind auch heute beliebter Treffpunkt.

Quellen#


Redaktion: Hermann Maurer, I. Schinnerl