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Blockheide#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

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Granitrestling
Granitrestling
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Im Nordwesten Niederösterreichs, in den westlichen Ausläufern des Waldviertels, findet man verschiedene Heidelandschaften und Mischwälder. Besonders gut kann man diese Kombination nördlich von Gmünd entlang der Blockheide, einer langgezogenen Heidelandschaft, beobachten.

Das Landschaftsbild wird durch viele mächtige Granitblöcke - eigenartig, oft kugelförmig geformt - durch Birkenhaine, Rotföhre, Heidekraut bestimmt. Es gibt extensive Feuchtwiesen, Niedermoore und Hutweidereste - ähnliche Landschaftsformen findet man erst wieder in Skandinavien.

Die Granitblöcke sind hier - gegenüber denen des Nordens - nicht so abgeschliffen und weisen keine Spuren der Eiszeit auf. Man spricht daher auch nicht von Findlingen, die einst die Gletscher in der Eiszeit von Norden bis in die Lüneburger Heide transportierten, sondern von Restlingen.

Dieses erstarrte Urgestein, das an der Oberfläche herausragt, wurde in Millionen von Jahren bereits unter der Erdoberfläche abgerundet und geformt (geologischer Fachausdruck "Wollsackverwitterung"). Manche dieser Blöcke liegen nur mehr an einer kleinen Stelle am Felsenuntergrund auf - die Wackelsteine.

Diese teilweise skurril geformten Steinblöcken regten die Phantasie der Menschen immer schon an - man ihnen Namen wie Pilzstein, Christophstein, Schulerstein (Schuldstein), Koboldstein, Grillensteine, Teufelsbett oder Teufelsbrotlaib - sind Ursprung vieler Sagen und Legenden.

Legende:

Nach der Erschaffung der Erde hatte Gott noch viel zu tun: er grub lange Gräben, damit das Wasser abfließen konnte; die hohen Berge verschob er dorthin, wo sie ihm nutzvoll schienen; er pflanzte Bäume und Sträucher und schließlich schuf er Tier und Mensch.

Eines Tages zog er über den Manhartsberg nach Westen. Viele Steine lagen umher, was sein Missfallen erregte, daher band sich ein Tuch um und begann die Steine einzusammeln.

In der Umgebung der heutigen Blockheide war sein Tuch schon voll und die Steine hatten ein ordentliches Gewicht. Auf einmal riss das Band des Tuches, die Granitsteine fielen auf den Boden und rollten durcheinander. Es dämmerte schon der Abend und er war müde, ließ die Steine liegen und ging heim. Später vergaß er die Steine in der BLOCKHEIDE und da blieben sie bis zum heutigen Tag.

1963 wurde dieses Gebiet zum Naturpark Blockheide-Gmünd: 105 ha groß, mit jährlich ca. 120.000 Besuchern

Im Naturpark gibt es u.a. einen Aussichtsturm mit einer Ausstellung über die Entstehung der Wackelsteine mit angeschlossenem Informationszentrum, ein geologisches Freilichtmuseum, einen Meridianweg am 15. Meridian, einen Natur-Kinderspielplatz, 4 Themenwege (GRANITnaTOUR, GRANITkulTOUR, MYTHOlogieTOUR, LANDSCHAFTSkulTOUR).

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl