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Boscs Flaschenbirne#

Herbstbirne#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Boscs Flaschenbirne
Boscs Flaschenbirne
© Arche Noah
Boscs Flaschenbirne
Boscs Flaschenbirne
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Die sichere Herkunft der Sorte ist nicht bekannt. Es soll eine Züchtung eines bekannten belgischen Birnenzüchters mit Namen van Mons sein. Der Pomologe Diel soll sie 1810 von diesem erhalten haben. Nach anderen Quellen soll sie schon unter dem Namen „Beurre d` Apremont“ um 1700 in der berühmten Karthäuser Baumschule bei Paris bekannt gewesen sein. Die in Frankreich bekannte Sorte „Calebasse Bosc“ soll nicht mit der Boscs Flaschenbirne ident sein. Van Diel soll die Sorte später als Kaiser Alexanderbirne bezeichnet haben. Unter diesem Namen wird sie am Wiener Markt gehandelt. Oft wird sie mit der ihr ähnlichen aber früher reifenden „Prinzessin Marianne“ verwechselt. Synonyme: „Kaiserkrone“, „Alexanderbirne“.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, schön ausgebildete Früchte sind etwa 70 mm breit und 100 mm hoch, sie sind flaschen- bis keulenförmig, kelchbauchig, nach dem Stiel zu meist etwas eingeschnürt, verjüngt sich stark und endet mit kegelförmiger bis abgerundeter Spitze. Zumeist ist die Fruchtform etwas gekrümmt.

SCHALE: #

Ist etwas rauh, trocken, jedoch fein, zuerst grün bis hellgrün, später hellgelb in der Grundfarbe, aber fast gänzlich zimtartig berostet, dazwischen hellbraun punktiert. Zur Genußreife charakteristischer Farbton, der zwischen zimtbraun und altgold wechselt.

KELCH: #

Ist offen, klein, kurzblättrig, dunkelbraun, sitzt in flacher, mit leichten Erhabenheiten umgebener Einsenkung. Farbgebung und Berostung wie bei Schale.

STIEL: #

Er ist ziemlich lang, (33 – 38 mm), elegant gebogen, dunkelbraun mit helleren Punkten, teils aufsitzend, teils schwach vertieft sitzend.

FRUCHTFLEISCH: #

Gelblichweiß, sehr saftreich, schmelzend süß, fein gewürzt, edel.

KERNHAUS: #

Ist mittelgroß, hohlachsig, Kammern geräumig, teils gut entwickelte, ziemlich rundliche, schwarzbraune Samen enthaltend.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Er wächst schon in der Baumschule unschön und trägt seine langen Jahrestriebe nicht aufrecht (schleudriger Wuchs), Wachstum mittelstark pyramidal, Zweige überhängend. Die Krone muß in der Jugend durch Schnitt geformt werden..

GEEIGNETE BAUMFORM:#

Halb- und Viertelstamm sind die geeignete Baumform, als Unterlage Sämling, ebenso als Stammbildner. Mit Quittenunterlage ist die Sorte nicht verträglich. Die Sorte will ungehindert wachsen und ist daher für kleine Formen nicht gut geeignet. Auch die großen Baumformen bringen gleichmäßig gut ausgebildete Früchte hervor.

BODEN UND KLIMAANSPRÜCHE:#

Die Ansprüche an Boden und Klima sind nicht hoch, liebt mehr trockenen, warmen Boden und eine geschützte Lage, soll aber auch noch in etwas kühleren Lagen gut fortkommen.

BLÜTE: #

Langwährend, spätblühend, wenig witterungs- und frostempfindlich.

OLLENSPENDER/BEFRUCHTERSORTEN:#

Ist guter Pollenbildner, Befruchtersorten sind: Bunte Julibirne, Clapps Liebling, Conference, William Christbirne, Madame Verte u.a.

PFLÜCKREIFE:#

Baumreife Mitte Oktober

GENUSSREIFE:#

Sie muß drei bis vier Wochen nach der Baumreife verbraucht sein, sonst geht sie in Fäulnis über.

LAGEREIGENSCHAFTEN:#

In Normallager 3 – 4 Wochen, vorzeitiges Pflücken verlängert die Haltbarkeit. Kühllager bei 0° C, 2 – 4 Monate.

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Regelmäßiger Träger mit mittelhohen Erträgen, eine großfruchtige hervorragende Tafelsorte für Frischverzehr und Haushalt.

PFLEGEHINWEISE:#

Schnittpflege wichtig, um durch straffen Kronenaufbau ein tragfähiges Gerüst zu erzielen.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

Nicht schorfanfällig, soll kupfer- und schwefelempfindlich sein.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)