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Botanischer Garten Graz Botanischer Garten, Graz #

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Botanischer Garten Graz
Botanischer Garten
© GRAZTOURISMUS/HANS WIESENHOFER

Bereits in den von Erzherzog Johann angeregten Planungen für die Gründung des Joanneums 1811 war ein Botanischer Garten fester Bestandteil.

Er sollte dem Unterricht, der "Kunst der Pflanzenpflege" und der "Verbreitung gemeinnütziger Gewächse" dienen. Bereits 1843 gab Prof. Franz Xaver Unger die Zahl der Pflanzen mit 8000 an.

Die städtebauliche Entwicklung des Bezirkes zwischen Neutor- und Raubergasse machte eine Ausgliederung des Botanischen Gartens erforderlich.

So wurde 1874 in der Schubertstraße ein Grundstück angekauft, aber erst 1887 der Plan für den Aufbau einer sparsamen Variante für Garten und Gebäude genehmigt.

Die Gartenanlage wurde 1888 und 1889 errichtet und bepflanzt (dafür wurde vom Land der gesamte Pflanzenbestand dem Staat kostenlos überlassen).

Vom einstigen Joanneumsgarten ist nur mehr der Teil zwischen Landesbibliothek und Alter Galerie erhalten, aber einzelne Gewächshauspflanzen stammen noch aus dem diesem (Palmfarne im Oberstock der Eingangshalle und die alten Bäume des Arboretums).

Botanischer Garten Palmenhaus.jpg
Botanischer Garten
© GRAZTOURISMUS/ZEPPCAM

1985 konnte ein Grundstück in der Grazer Schubertstraße südwestlich des Botanischen Instituts (heutige Teichanlage, Farnhügel und Rosaceen) gekauft werden; einige Jahre später wurde im Rahmen eines Grundstückstausches eine weitere Fläche eingegliedert.

1989 begann schließlich der Bau der neuen Gewächshäuser nach Plänen des für seine Glaskonstruktionen bekannten Architekten Volker Giencke, der im Juni 1995 eröffnet werden konnte.

Botanischer Garten Graz
Botanischer Garten
© GRAZTOURISMUS/HANS WIESENHOFER

Der Bau besteht aus drei schiefen parabolischen Zylinder aus Acrylglas, die einander durchdringen. Ihre Ausrichtung und Konstruktion ermöglicht einen Lichtnutzungsgrad von 98%.
(Das alte Palmenhaus aus dem frühen 20. Jahrhundert musste dem Neubau nicht weichen. Es steht denkmalgeschützt im Freigelände.)

Im Inneren des neuen Gebäudes werden vier Klimazonen simuliert, die Temperaturen zwischen 8°C und 24°C und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 50% und 80% umspannen. Die Besucher können über Holzstege und Brücken quer durch die Klimazonen spazieren:

  • das "Tropen- oder Warmhaus" beherbergt tropische Nutzpflanzen, Orchideen und Mangrovenpflanzen.
  • im "Kalthaus“ findet man Mittelmeervegetation mit Zitruspflanzen, Eukalyptus etc.
  • im "Temperierthaus" gedeiht die Vegetation Südamerikas und Australiens
  • im "Sukkulentenhaus“" wachsen Kakteen und andere Trockenheit liebende Gewächse.

Der Botanische Garten stellt eine der wichtigsten wissenschaftlichen Sammlungen des Instituts für Botanik an der Universität Graz dar, die Gewächshäuser sind als "Schauhäuser" allgemein zugänglich und zeigen gemeinsam mit dem Schaugarten eine Fülle von seltenen Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften. Besonders sind ein Alpinum sowie mediterrane und euroasiatische Pflanzen und Heilpflanzenbeeten hervorzuheben.

Wien, Linz und Innsbruck haben auch bedeutende botanische Gärten.

Ein Beispiel etwas ist das Sukkulentenhaus im botanischen Garten Linz aus dem Buch "Hoamatland", © J. Steininger

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Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl