unbekannter Gast

Brigittenau, Wien 20#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Wappen Brigittenau
Wappen Brigittenau.
Foto: Geiserich77. Aus: Wikicommons unter CC

Die Brigittenau ist der namengebende Teil des 20. Wiener Gemeindebezirks (der andere Bezirksteil ist Zwischenbrücken). Sie liegt auf einer Insel zwischen Donau und Donaukanal im nordöstlichen Zentrum des Stadtgebiets beim Augarten und besteht großteils aus Gründen, die nach der Donauregulierung 1868-1875 entstanden. 1850 wurde sie als Teil des 2. Wiener Gemeindebezirks (Leopoldstadt) eingemeindet und 1900 (mit einem Teil von Zwischenbrücken) als eigener Bezirk etabliert. 21 % des Bezirksgebietes entfallen auf Gewässer, 40 % auf Verkehrsbauten. Sechs Brücken führen von der Brigittenau über die Donau, 19 über den Donaukanal. Dessen Ufergebiet südlich der Friedensbrücke zählt zur Außenzone der UNESCO-Welterbestätte Historisches Zentrum von Wien.

Der Name kommt von der 1645 errichteten Brigittakapelle, in deren Nähe sich ein Jägerhaus und ein Garten befanden. Im Biedermeier nutzen die Wiener die Gegend als Naherholungsgebiet, besonders beliebt war der Brigittakirtag. Nach der Donauregulierung wurden Teile des Bezirks als Rasterviertel verbaut und es siedelten sich Fabriken an. In der Zwischenkriegszeit errichtete die Gemeinde Wien Wohnhausanlagen (Engerthstraße, Wehlistraße, Stromstraße). In den 1960er und 70er Jahren wurden das Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus, das Adolf-Schärf-Studentenheim, das TGM und die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt errichtet. Seit der Jahrtausendwende erhebt sich am Handelskai 94-96 der Milleniumstower, mit 202 m das höchsste Bürogebäude Österreichs. Der Brigittaplatz als Bezirkszentrum bildet ein markantes Ensemble. Die Pfarrkirche "Zur hl. Brigitta" ist ein Sichtziegelbau des Dombaumeisters Friedrich Schmidt aus den Jahren 1867-1874. Eine Generation später baute Karl Badstieber gegenüber das Bezirksamt mit Heimatstil-Elementen (Brigittaplatz 10). 1928/29 schuf er anschließend und optisch angeglichen einen Gemeindebau mit Feuerwache. Charakteristisch ist die zinnenbekrönte Loggia, die einen Erker abschließt. Die Pfarrkirche St. Johann Kapistran (Forsthausgasse 22) in unmittelbarer Nähe der Brigittakapelle wurde 1965 geweiht. Die Pfarrkirche zum Göttlichen Erlöser (Burghardtgasse 30a) ist ein Glas-Betonbau aus dem Jahr 1983 nach Plänen der Architekten Eva Mang und Karl Mang. Das kleinste und jüngste Kloster Wiens feierte 2012 seine Eröffnung. In der Dammstraße 20 entstand nach weniger als einem Jahr Bauzeit eine Niederlassung der "Kleinen Schwestern vom Lamm". Die Gemeinschaft vom Lamm, ein 1983 gegründeter Zweig des Dominikanerordens, ist in vielen Ländern mit etwa 130 Kleinen Schwestern und 30 Kleinen Brüdern vertreten.

Das Wappen zeigt einen Anker, als Symbol der Donauschiffahrt.

Quellen#


Redaktion: hmw