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Heimatlexikon - Unser Österreich

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Bruno-Kreisky-Gasse#

Die Bruno-Kreisky-Gasse Bruno-Kreisky-Gasse im ersten Wiener Wiener Gemeindebezirk - benannt nach dem legendären Bundeskanzler - gibt es erst seit 1991 (Todesjahr von Kreisky); vorher war es keine eigenständige Gasse, sondern ein Teil des Minoritenplatzes.

Die Verbindung von Ballhausplatz und Minoritenplatz ist nur kurz und hat keine einzige Hausnummer. Sie verläuft zwischen Bundeskanzleramt und anderen Regierungsgebäuden, die an diesen Seiten keine Eingänge haben und somit auch keine Hausnummer als "Adresse" brauchen. (Man müsste zusätzliche Eingänge bewachen, wie ja auch der Zugang zur Station "Herrengasse" der Linie U3, die unter dem Bundeskanzleramt durchführt, bewacht wird.)


Straßennamentafel Bruno Kreisky
Straßenschild
© P. Diem
Die Gasse an sich ist nichts Besonderes (ohne Eingang und mit schweren Gittern vor den Fenstern der unteren Geschoße signalisieren die Hausmauern Abwehr) - eine Fußgängerzone, aber nur wenige Fußgänger.


Man geht über schwere Granitplatten und das ist Bruno Kreisky zu verdanken, wenn man einer Geschichte Glauben schenken darf, die ein hoher Beamter des Bundeskanzleramtes (und ein ausgezeichneter Kenner der Geschichte des Gebäudes "Ballhausplatz 1") erzählte:

Bei einer Renovierung der Gasse in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wollte die zuständige Stelle für Stadtbildpflege das für die Wiener Altstadt typische Kopfsteinpflaster verlegen. Bruno Kreisky, als Kanzler entsprechend mächtig, soll das verhindert und stattdessen schwere Platten durchgesetzt haben. Seine Begründung: Die (kleinen) Pflastersteine "sind das Material, aus dem Revolutionen gemacht werden".

(Eine wahre Anekdote? Bei einem so wortgewaltigen und geistreichen Mann wie Kreisky leicht möglich.)



Der Wasserwellen-Lebens-Brunnen, der auch unter anderen Namen wie Lapislazuli-Brunnen, Lapislazuli-Lasurit-Wellenwasserskulptur, Kreisky-Brunnen etc. bekannt ist, ist wohl das einzige, was die Bruno Kreisky Gasse neben der erzählten Anekdote auszeichnet.

Kreisky-Brunnen
Wasserwellenbrunnen
Foto: Peter Diem
Der Wasserwellen-Lebens-Brunnen wurde vom Bildhauer Hans Muhr aus dem größten bekannten jemals gefundenen und in den chilenischen Anden abgebauten Lapislazuli-Monolithen (über 18 Tonnen aus einer Seehöhe von 3700 Metern) gefertigt.

Erstmals ausgestellt wurde dieser Brunnen im Österreich-Pavillon der Weltausstellung in Lissabon 1998. Dort sah ihn der damalige Wiener Bürgermeister und wollte ihn an einem würdigen Platz im Herzen der Hauptstadt haben.

Nach der Expo in Portugal (zum Thema "Die Ozeane: Ein Erbe für die Zukunft") wurde der Brunnen nach Wien übersiedelt und hier am 23. November 2000 von Altbürgermeister Helmut Zilk und Kulturstadtrat Peter Marboe feierlich enthüllt.

Der Brunnen steht auf einem dreistufigen Sockel. Die Oberfläche des blauen Steins erinnert an eine Mauer aus Natursteinen mit abgerundeten Ecken. Zwei im Boden eingelassene Bronzeplaketten erinnern an die Geschichte des Monolithen und dass der Wasserwellen-Lebens-Brunnen von Bank Austria, Mediaprint und Stadt Wien angekauft und dem Historischen Museum der Stadt Wien übergeben wurde.

(Einen Bruno-Kreisky-Platz Bruno-Kreisky-Platz gibt es in Wien auch, der ist vor dem Austria Center Vienna im 22. Bezirk. Übrigens: bekanntlich ist das Austria Center gebaut worden, obwohl Kreisky sein Wort gegeben hat, dass es NICHT gebaut wird, sollte die Volksbefragung dazu negativ ausgehen - was der Fall war).


Redaktion: Peter Lechner