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Burg Burgau#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Bezirkshauptmannschaft: Fürstenfeld Fürstenfeld

Gemeinde: Burgau Burgau

Katastralgemeinde: Burgau



Burg Burgau - Foto: Östereich Werbung
Burg Burgau - Foto: Östereich Werbung
Dieses dreigeschoßige Wohnschloss hat einen rechteckigen Innenhof, eine zweigeschoßige Vorburg und einen großen äußeren Hof. Der Bau ist von Wehr- und Wassergräben umgeben. Vorburg mit mittelalterlichen Bauresten, mächtigem Rundturm und Torbau mit rundbogigem Quaderportal. Wappensteine des Erhard von Polheim 1538 und Trauttmannsdorff. Arkaden im Innenhof. Burgau gehört zu den frühesten Beispielen für den Bau eine vierflügeligen Renaissanceschlosses mit Laubenhof.

Jahrhundertelang lagen Burg und Markt Burgau an der Grenze, daher waren sie dauernden Einfällen von Türken, Kuruzzen und Ungarn ausgesetzt und wurden 1418, 1529, 1605 und 1704-11 ausgeplündert und zerstört (daher Zu- bzw. Umbauten aus dem 16., 17., 18. Jh.).

Burg Burgau - Foto: Östereich Werbung
Burg Burgau - Foto: Östereich Werbung

Burgau wurde 1367 erstmals genannt. Erbauer waren die Herren von Puchheim, die die Burg vorerst nur als von Wassergräben umgebenen Wehrturm errichten ließen. Im 14. Jahrhundert dürfte die Burg in der Au (=Burgau) zu einer der wichtigsten Grenzfesten der Oststeiermark geworden sein. 1418 konnte sie erfolgreich dem Ungarneinfall Widerstand leisten.
1429 verkaufte Wilhelm von Puchheim die Feste und den Markt Burgau seinen Verwandten Albrecht, Hans und Georg von Neuberg. Nach ihrem Aussterben 1460 blieb das Lehen bis 1565 bei den Polheimern Die Volksrebellen um Andreas Baumkircher richteten bei Streifzügen bis 1475 an Ort und Burg große Schäden an.
Erhard von Polheim hatte schon zuvor Burgau als freies Eigen erhalten und errichtete 1538 die große Vorburg. 1564 musste die schwer verschuldete Herrschaft verpfändet werden.
Ein Jahr später erbte sie Hans von Zelking, der sie aber umgehend an Mathias von Trauttmansdorff verkaufte. Seine Familie stellte bis 1753 die Burgherren. In dieser Zeit hatte die Bevölkerung unter Georg Sigmund Graf Trauttmansdorff zu leiden, so dass der Fortbestand des Marktes bereits in Frage gestellt war.

Burg Burgau - Foto: Vischers Topographia Ducatus Styriae 1681
Burg Burgau - Foto: Vischers Topographia Ducatus Styriae 1681

Im 16. und 17. Jh. bewährte sich die Burg sowohl bei den häufigen Übergriffen der Ungarn als auch bei den Türkeneinfällen. 1624 erhielt die Hauptburg durch einen großzügigen Ausbau ihre heutige Gestalt. Als 1753 Adam Graf Batthyány Burgau von Max Gundakar Graf Trauttmansdorff kaufte und die Zeiten bereits sicherer geworden waren, blühte der Ort wieder auf. Sein Nachfolger Karl Graf Batthyány gründete 1798 hier die erste mechanische Baumwollspinnerei der Monarchie. 1778 wurde der hohe Mittelturm des Schlosses bei einem Unwetter schwer beschädigt und musste abgetragen werden.

Der letzte adelige Besitzer der Herrschaft war Ludwig Graf Batthyány, der 1848 Anführer des ungarischen Aufstandes gegen die Habsburger war, wofür er ein Jahr später hingerichtet wurde. Seine Güter wurden eingezogen und zum Staatsbesitz erklärt. 1870 kam Burgau in den Besitz der Marktgemeinde.

Seit 2000 wird das Gebäude saniert und revitalisiert. Auch ein Teil des einstigen Wassergrabens wurde wiederhergestellt. Während im ehemaligen Wohnschloss das Gemeindeamt untergebracht ist und der Arkadenhof sowie der Festsaal kulturellen Veranstaltungen dienen, wurden in der Vorburg zahlreiche Wohnungen geschaffen.


--> Burgau (AEIOU)

Quellen#

Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen. Der Beitrag wurde jedoch im Oktober 2010 mit folgenden Quellen aktualisiert:

www.burgen-austria.com

Burgen und Schlösser in Österreich und Südtirol (2005) von Gerfried Sitar und Anna Hoffmann

und mit Webrecherchen.

Literatur#


  • Baravalle, Robert Burgen und Schlösser der Steiermark, Graz 1961, Seite 130ff;
  • Dehio Steiermark Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Steiermark (ohne Graz), bearb. von Kurt Woisetschläger und Peter Krenn, Wien 1982, Seite 65f


Redaktion: K. Ziegler