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Burg Schattenburg#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Feldkirch mit Schloss Schattenburg
Foto: © Alfred Havlicek

Dynastenburg in dominierender Lage oberhalb der Stadt Feldkirch Vorarlberg, Feldkirch . Rechteckiger Bergfried (heute mit Pyramidendach), Zwinger, Halsgraben, Rondelle, gedeckter hölzerner Laufgang, Torweg, Zugbrücke, prächtige Holzsäule im Erdgeschoß, gotische Holzdecken, Renaissanceplafonds, alte und neue Kapelle.

An der Burg sind mehrere Bauperioden erkennbar: 12. Jahrhundert: Bergfried und Palas; 1416-36: Erdgeschoß zwischen Palas und Bergfried (Toggenburger-Zeit); 1500: Ausbau der Verteidigungsanlagen (Aufkommen der Feuerwaffen), Rondelle; Errichtung der Riegelwandbauten (Königsegg-Zeit).

Um 1200 saß hier Graf Hugo von Bregenz, der sich Graf von Montfort nannte und die Stadtverwaltung inne hatte. Die Grafen von Montfort hielten die mächtigste Herrschaft des Landes, die weit über das heutige Liechtenstein hinaus ging, in ihren Händen. Diese Familie hatte schon damals eine Art soziales Netz für ihre Untertanen „gespannt": Stiftungen, Fürsorge für die Bevölkerung, frühzeitige Entlassung aus der Leibeigenschaft usw.

Erst unter seinen Enkeln begann die mehrfache Aufteilung des Besitzes. Auf Grund von Erbstreitigkeiten verbündete sich die Werdenberger Linie der Montforts mit Rudolf von Habsburg und belagerte 1270 Stadt und Burg Feldkirch, allerdings vergeblich. Ulrich I. enterbte seine Neffen, nachdem sie ihn überfallen und gefangen gehalten hatten. Er übergab seinen Besitz an Kaiser Ludwig dem Bayer und nahm ihn als Lehen wieder zurück. Die Neffen schafften es dennoch sich des Besitzes zu bemächtigen.

Schloss Schattenburg
Foto: © Alfred Havlicek

Der letzte Graf der Linie Montfort-Feldkirch Rudolf IV. verkaufte den größten Teil seiner Herrschaft 1375 an Herzog Leopold III. von Österreich. Die Habsburger setzten Vögte als Verwalter der Grafschaft ein.

Unter Vogt Graf Friedrich von Toggenburg belagerten im Appenzeller Krieg von 1405/06 die verbündeten Schweizer und Feldkircher die Burg. Heinrich Walter von Ramschwag, der die Schattenburg verteidigte, musste sie schließlich aufgeben. Sie wurde niedergebrannt und Graf Toggenburg ließ sie bald wieder aufbauen. 1417 erhielt er die Herrschaft Feldkirch von Kaiser Sigismund als Pfandbesitz. 1427 kam es durch eine Pulverexplosion im Bergfried zu einem verheerenden Brand.

Nach Toggenburgs Ableben kamen ab 1436 wieder habsburgische Vögte auf die Schattenburg. Um 1499 wurde sie zum Hauptstützpunkt Kaiser Maximilians I. im Kampf gegen die Schweizer.

Im Dreißigjährigen Krieg besetzten die Schweden 1647 die Burg. Nur die Bezahlung einer hohen Brandschatzhungsgebühr vermochte sie damals vor der Schleifung retten.

Die militärische Bedeutung wurde nach dieser letzten Bedrohung hinfällig und es begann der Niedergang. Bis 1773 war die Festung noch Sitz des Vogteiverwalters, dessen Kompetenz allerdings schon 1750 beschnitten wurde.

Einige Jahre später wurde die Burg versteigert, was aber rückgängig gemacht wurde. 1813 kam es nochmals zu einer Versteigerung, die zu Gunsten der Stadt ausging. Das stark heruntergekommene Gemäuer wurden als Kaserne eingerichtet, dienten dann als Armenhaus und wurden Verpflegsstation für Handwerksburschen und arme Reisende.

1912 wurde der „Museums- und Heimatschutz-Verein für Feldkirch und Umgebung“ gegründet, der sich erfolgreich um die Rettung der Burg bemühte. Seit damals ist hier ein Heimatmuseum sowie ein Restaurant untergebracht. Der sogenannte Rittersaal wurde zum Kongresssaal ausgebaut und wird für Tagungen, Empfänge und Konzerte genützt. Die Schattenburg ist zu besichtigen und man bemüht sich laufend um Restaurierungsarbeiten.


Eigentümer: Stadt Feldkirch


--> Burg Schattenburg (Museen)

--> Gotisches Zimmer (Video Album)

--> Innenhof (Video Album)

--> www.schattenburg.at

Quellen#

  • Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen (1991) von Georg Clam Martinic.
  • Dehio Vorarlberg, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Vorarlberg, bearb. von Gert Amman, Martin Bitschnau, Paul Rachbauer, Helmut Swozilek, hg. vom Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes, Wien 1983, Seite 112ff.
  • Huber, Franz Josef, Kleines Vorarlberger Burgenbuch, Ländle-Bibliothek, Bd. III, Dornbirn 1985, Seite 64ff.
  • Österreichische Kunsttopographie, Bd. XXXII, Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Feldkirch, von Meinrad Tiefenthaler, Elmar Vonbank, Werner Noack, Ernst Kyriß unter Benützung archivalischer Vorarbeiten von Julius Fleischer, bearb. von Dagobert Frey, Wien 1958, Seite 200ff.
  • Ulmer, Andreas, Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins, Dornbirn 1925, unveränderter Nachdruck, Dornbirn 1978, Seite 115ff.
  • Burgen und Schlösser in Österreich und Südtirol (2005) von Gerfried Sitar und Anna Hoffmann.


Redaktion: K. Ziegler