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Burgruine Thal#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Burgruine Thal
Burgruine Thal
© Prof. Dr. Bernd Thaller

Die Burgruine Thal liegt auf einem steilen freistehenden Hügel zwischen der Pfarrkirche von Thal und dem Thalersee. Der See wurde ehemals als Fischteich der Herrschaft angelegt.

Im 13. Jahrhundert stand hier vermutlich nur ein Turm, der im 14. Jahrhundert zum Turmhaus ausgebaut und mit einer Ringmauer umgeben wurde. Im 15. und 16. Jahrhundert vergrößerte man die Anlage. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatte sie ihre größte Stärke erreicht. Einige Jahre danach hatte sie ihre militärische Bedeutung verloren. Sie wurde verlassen und verfiel. Heute sind nur mehr Reste vorhanden.

Der älteste Teil ist das mächtige rechteckige Turmhaus, das als Ruine relativ gut erhalten ist. Es war ursprünglich wohl dreigeschossig. Ein Tonnengewölbe im Keller ist ebenfalls gut erhalten. Innerhalb der Mauer lag der Palas und andere Wohnbauten sowie eine dem heiligen Jakob geweihte Burgkirche. Um 1750 war nun auch die Burgkapelle verfallen. 1772 wurde die Statue des Kirchenpatrons feierlich in die jetzige Pfarrkirche überführt und die Kirchenruine abgebrochen.

An der Westseite lag eine im 17. Jahrhundert errichtete Bastei mit einem starken Rundturm. Er ist der einzige heute noch bewohnbare Teil der einstigen Burg.

Die Besitzer stammten aus einer Grazer Bürgerfamilie. Sie nannten sich bald nach dem Gut „de valle“ also „von Thal“. 1259 treten sie mit Walther de valle erstmals urkundlich in Erscheinung.

Im 14. Jahrhundert gelangte Thal an die Familie Windischgrätz, zu der es verwandtschaftliche Beziehungen der Familie de valle gab.

Burgruine Thal
Burgruine Thal
© Prof. Dr. Bernd Thaller

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurde der Meierhof schlossartig ausgebaut und als Oberthal bezeichnet. Die alte Burg nannte man nun Unterhof oder Unterthal. Bei der Besitzteilung von 1443 erhielt Sigmund von Windischgrätz die Herrschaft Unterthal.

Auf Grund hoher Steuerschulden musste jedoch Sebastian von Windischgrätz 1569 die Herrschaft an den Freiherrn Georg von Khevenhüller verkaufen. Dieser gab sie an Erzherzog Karl II. weiter. 1576 wurde Unterthal verpachte. Außerdem befand sie sich schon in schlechtem Zustand.

1623 kaufte der Freiherr und spätere Fürst Hans Ulrich von Eggenberg den Besitz. Unterthal wurde nun der Herrschaft Eggenberg angeschlossen. Die Burg wurde nur mehr von einem Angestellten bewohnt und verfiel. Außerdem vernichtete ein Brand 1715 die noch intakten Räume.

Die Fürsten Eggenberg wurden 1774 von den Grafen Herberstein beerbt. Sie blieben bis 1943 im Besitz von Unterthal, kümmerten sich aber nicht um die Ruine. Lediglich ein Rundturm der Ringmauer wurde zeitweise noch bewohnt. 1996 wurde dieser, nachdem er 17 Jahre leer gestanden hatte, restauriert und wieder bewohnbar gemacht. Unterthal befindet sich heute in Privatbesitz.

Quellen#

Die Fotos wurden freundlicherweise von Prof. Dr. Bernd Thaller zur Verfügung gestellt.


Redaktion: K. Ziegler