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Christkind#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Christkind
Weihnachtskarte mit Christkind, 19. Jh.
Slg. Wolf

Wie der Christbaum ist das Christkind eine Erscheinung des Biedermeier. Beide entsprachen der neu entstehenden Familienkultur des 19. Jahrhunderts. Obwohl schon der Reformator Martin Luther (1483-1546) im Hinblick auf das Kommen des Herrn Christ zu Weihnachten eine Ablöse des Heiligen Nikolaus als Gabenbringer gefordert hatte, bürgerte sich der Christkindbrauch erst im Vormärz ein. In das Wien der Kongresszeit kamen Nord-und Westdeutsche aus adeligen und bürgerlichen Kreisen. Die Innovatoren des Christbaumbrauchs waren meist evangelisch und oft - dem Neuen schon Berufs wegen aufgeschlossene - Fabrikanten.

In jüngster Zeit mehrt sich der Unmut, dass das Christkind durch den Weihnachtsmann verdrängt werde.; obwohl dieser etwa gleich "alt" ist. 1998 bemerkte ein Theologiestudent, dass der Innsbrucker Christkindlmarkt seinem Namen nicht gerecht wurde, da dort Weihnachtsmänner, aber kein Christkind, zu sehen waren. Mit einem Kollegen richtete er eine Homepage als Diskussionsforum ein, die auf Anhieb großen Zuspruch fand. Im Jahr 2000 entstand der Verein "Pro-Christkind, Verein zur Förderung der Tradition des Christkinds". Er "hat den Zweck, die aus dem christlichen Glauben gewachsene Tradition des 'Christkinds' zu pflegen und zu fördern, sodass das Wesentliche des christlichen Weihnachtsfestes mit seiner Adventzeit in seinen vielfältigen religiös-spirituellen, kulturellen und persönlichkeitsentwickelnden Aspekten den Menschen verdeutlicht wird," wie es in den Statuten heißt.

Quellen#



Redaktion: hmw