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Clapps Liebling#

Sommerbirne#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Clapps Liebling
Clapps Liebling
© Arche Noah
Clapps Liebling
Clapps Liebling
© Arche Noah

HERKUNFT: #

Die Sorte wurde von T. Clapp in Dorchester im Staate Massachusets, USA, aus Samen der holzfarbigen Butterbirne gezogen und von dem Pomologen Downing 1869 als „Clapps Favorit“ erstmals beschrieben, später vom deutschen Superintendant und Pomologen Oberdieck als „Clapps Lieblingsbirne“ bezeichnet.Sie ist heute sehr verbreitet und beliebt.

FRUCHTBESCHREIBUNG: #

Die Frucht ist mittelgroß bis sehr groß, sehr gut entwickelte Früchte können 96 mm hoch und 72 mm breit werden, durchschnittlich 80 mm hoch und 65 mm breit, doppelkegel bis birnförmig, meist regelmäßig, kaum gerippt, schwach eingezogen,teils mehr oder weniger spitz auslaufend, teils mit sehr schmaler Kuppe endigend, zum Kelch gleichmäßig zulaufend, kegelstumpfförmig bis rundlich abnehmend, kelchbauchig.

SCHALE: #

ziemlich empfindlich, mittelfest, glatt, stumpf glänzend, trocken bis schwach bereift, seltener fettig. Grundfarbe grünlichgelb bis gelblichgrün, bei Genußreife teils hellgelb, teils mehr oder weniger grünlich. Deckfarbe sonnseits bräunlichrot-orangerot, lichtrot, verwaschen gestreift bis gefleckt, stellenweise auch rot getüpfelt, 1/4 bis 1/2, dunkle Rötung nur vereinzelt ausgebildet, feine rot umhöfte Punktierung, Schalenpunkte hellbraun, teils klein, rostartig. Berostung unterschiedlich bis fehlend, bisweilen Rostflächen um Stiel und Kelch.

KELCH: #

ist halboffen bis offen, Kelchblättchen hornig, teils nach innen gerichtet, teils nach außen umgeschlagen, teils aufstehend. Kelcheinsenkung seicht bis mitteltief, im letzteren Fall auch eng, oft etwas faltig, Kelchfläche schmal regelmäßig, bisweilen auch rippig.

STIEL: #

ist kurz bis mittellang, 15 – 30 mm, sehr dick, braun, entweder wie eingesteckt oder auslaufend, an der Übergangsstelle oft ringelige Wulste.

FRUCHTFLEISCH: #

hell gelblichweiß, halbschmelzend bis schmelzend, manchmal etwas körnig jedoch nicht steinig, sehr saftig angenehm süßsäuerlich, schwach gewürzt, unter ungünstigen Bedingungen etwas leer schmeckend.

KERNHAUS: #

ist groß kelchständig, Achse meist ganz geschlossen, seltener schwach hohlachsig, Kammern geräumig, pro gut ausgebildeter Frucht 5 bis 7 gut ausgebildete hellbraune Samen, an ihrer Spitze etwas breit gedrückt mit schräger Fruchtansatzstelle, übrige Samen unterentwickelt.

BAUMEIGENSCHAFTEN: #

Der Baum wächst stark, anfangs aufrecht, dann mäßig und zur Fruchtbogenbildung neigend, wird bei vernachlässigter Erziehung dann hängend. Bildet in der Baumschule schöne Stämme. Laub sehr gesund und fast unempfindlich für Pilze.

GEEIGNETE BAUMFORM: #

geeignet sind Hoch-, Halb- und Niederstamm auf Sämlingsunterlage, für kleine Baumformen auf Typenunterlage, gedeiht aber nicht überall auf Quitte, daher besser Zwischenveredlung (Gellerts Butterbirne).

BODEN UND KLIMAANSPRÜCHE: #

Verlangt nahrhaften nicht zu schweren Boden, für warme bis kühle Lagen geeignet, windgeschützt, Bodenbearbeitung und Düngung vorteilhaft.

BLÜTE: #

ist spätblühend, langwährend, wenig frost- und witterungsempfindlich.

POLLENSPENDER: #

ja, Pollen ist gut.

BEFRUCHTERSORTEN: #

Blumenbachs Butterbirne, Bosc’s Flaschenbirne, Clairgeau, Esperens Bergamotte, Esperens Herrenbirne, Gellerts Bb., Gute Luise, Hardenponds Bb., Köstliche aus Charneu, Le Lectier, Madame Verté‚ Neue Poiteau, Williams u.a.

PFLÜCKREIFE: #

Mitte bis Ende August, sobald Schale gelblicher wird und Stiele vom Fruchtholz lösen, ungleich reifend, daher durchpflücken notwendig.

GENUSSREIFE: #

tritt nach einigen Tagen ein, folgeartig reife Früchte laufend aussortieren und verbrauchen.

ERTRAG UND EIGNUNG: #

der Ertrag ist meist gut, bei intensiver Pflege auch von großen Baumformen alljährlich Qualitätsernten, frühe großfrüchtige schön gefärbte Marktfrucht, für Eigenbedarf und Haushalt.

PFLEGEHINWEISE: #

nach Aufbauschnitt laufend Auslichtungs- und Verjüngungsschnitt notwendig. Schnitt der Leitäste nicht zu lang, da Augen ungleichmäßig austreiben.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

nicht besonders krankheits- und schädlingsanfällig.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)