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Donauinselfest#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Donauinselfest
Donauinselfest 2007
Aus Wikicommons

Anfang der 1970er- Jahre begann die Stadt Wien mit der Projektierung der Donauinsel als Hochwasserschutzanlage. Zwischen der Donau und der Neuen Donau entstand eine 21 Kilometer lange, bis zu 250 Meter breite Insel. 1974 bis 1988 wurden 1,8 Millionen Bäume und Sträucher gesetzt. Dadurch entwickelte sich die Donauinsel zum Freizeitareal mit hohem Erholungswert und Veranstaltungsort. 1983 erfand der spätere Landtagsabgeordnete Harry Kopietz das Donauinselfest. Anfangs rechnete er mit 15.000 Besuchern, doch mehr als zehnmal so viele kamen, im folgenden Jahr bereits eine halbe Million. Inzwischen ist Donauinselfest mit einem dreitägigen, breit gefächerten Veranstaltungsprogramm Europas größtes Open-Air-Spektakel geworden, dessen Besucherzahl die Einwohnerzahl der Bundeshauptstadt bei weitem übersteigt.

Zum 20 Jahr-Jubiläum 2003 erschien ein großformatiger, bunter Bildband unter dem Titel "Vergiss Woodstock! Die Geschichte eines Erfolges". 1984 gelang ein Weltrekordversuch: 14.587 Besucher trugen sich in das Donauinsel-Gästebuch ein, fast fünfmal so viele wie der bisherige Rekord. Von Anfang an setzte man einen Schwerpunkt auf Aktivitäten für Kinder und Jugendliche. Als das Fest 1985 vier Tage dauerte, war der erste den Jüngsten unter den Besuchern gewidmet, insgesamt kamen 670.000. 1987 waren es, wegen wetterbedingten "Notprogramms" an nur einem Tag, immerhin 800.000. Der Veranstaltungsbereich wurde auf 3,5 km vergrößert. Mehr als doppelt so viele Gäste fanden sich 1988 auf der Insel ein - 1,5 Millionen. Diese Zahl steigerte sich 1989 auf 1,8 Millionen. 1991 - 10 Jahre nach Fertigstellung der Entlastungsrinne Neue Donau - erstreckte sich das Festgelände bis auf die linke Uferseite. Zwei Millionen Besucher verfolgten die Darbietungen auf 20 Bühnen, die insgesamt 700 Stunden Programm boten. 1992 kamen bei traumhaftem Wetter 2,3 Millionen Zuschauer. 1994 waren es trotz extremer Hitze (bis 34 Grad) 2,5 Millionen Menschen. 1995 freute sich Bürgermeister Michael Häupl: "Das Donauinselfest gehört zu Wien wie der Heurige, die Burenwurst und der Erdäpfelsalat". 1996 stand das Fest unter dem Motto "1000 Jahre Österreich", witterungsbedingt musste es abgebrochen werden. Bis 2003 bewegten sich die Besucherzahlen alljährlich um die 2,5 Millionen.

Nachdem 2010 mit drei Millionen ein weiterer Rekord erreicht worden war, zählte man beim 28. Donauinselfest (24. bis 26. Juni 2011) an drei Tagen 2,8 Mio. Gäste. Der neue Projektleiter Sascha Kostelecky setzte auf mehr Sport-, Freizeit- und Familienaktivitäten, weniger Bühnen und ein neues Sicherheitskonzept mit verstärkter Videoüberwachung. Das alles hat sich in der Praxis bewährt. Zählt man die Auftritte der 2000 Künstler zusammen, ergibt sich ein 600-Stunden-Programm. Für die Teilnehmer ist das Fest gratis. Der Veranstalter, die Wiener SPÖ, rechnet mit Kosten von 4,5 Mio. €.

Quelle#

Vergiß Woodstock. Wien 2003


Redaktion: hmw