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Dreistufenlandwirtschaft im Bregenzerwald #

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Die Technik der Dreistufenlandwirtschaft kam etwa im 14. Jahrhundert mit den nach Vorarlberg ausgewanderten Walsern aus dem Kanton Wallis in der Schweiz in das Gebiet des heutigen Bregenzerwaldes. Im jahreszeitlichen Kreislauf der Dreistufenlandwirtschaft ziehen die bäuerlichen Familien oder ein Teil der Familie im Spätfrühling mit dem Vieh vom Hof zuerst auf das Vorsäß (eine niedrig gelegene Alm) und etwa Anfang Juli auf die Alpe. Mitte September kehren sie mit einem feierlichen Alpabtrieb wieder zurück. Aus der Milch der auf diese Weise gehaltenen Tiere wird die so genannte Heumilch gewonnen, die man zur Herstellung der traditionellen Bregenzerwälder Käsesorten benötigt. Die Dreistufenlandwirtschaft ist in allen 24 Gemeinden des Bregenzerwaldes Bestandteil des Kulturerbes, u. a. wegen der Feste und Bräuche (Alpaufzüge, Alpabtriebe, Alpmessen, Alpfeste, Käsemärkte, etc.), die damit in engem Zusammenhang stehen.

Männliche Jugendliche beginnen als „Pfister“ die Alpwirtschaft von den Erwachsenen zu lernen. Später werden aus diesen „Pfistern“ oft Hirten, Senner oder Alpmeister. Allerdings hat sich vor allem im letzten Jahrhundert ein merklicher Wandel bemerkbar gemacht: war es bis in die 1950er Jahre üblich, dass ganze Familien mit Kindern und teilweise sogar mit Lehrern auf die Vorsäß zogen, so sind es heute meist nur mehr einzelne Familienmitglieder. Auch fand eine Anpassung an den heutigen Stand der Technik statt, was zu einer Halbierung des Personalstands im Vergleich zu den 1950er Jahren führte.

Die Dreistufenlandwirtschaft wurde 2011 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich (Bereich: Umgang mit der Natur) aufgenommen.

Quelle (Text und Foto)#

UNESCO

Redaktion: hmw