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Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

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Edelkönig
Edelkönig
© Arche Noah
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© Arche Noah

HERKUNFT:#

Hierüber ist nichts Näheres bekannt, fälschlicherweise wird dieser Sortenname zumeist als Synonym für den „Roten Herbstkalvill“ verwendet. Er besitzt zwar einige äußere und innere Merkmale von diesem, ist aber dennoch leicht vom Roten Herbstkalvill zu unterscheiden. In der Literatur gibt es kaum Hinweise auf diese Sorte. Er wird nur kurz in der Österr.-Ungarischen Pomologie (1888) bei der Sortenbeschreibung des „Roten Herbstkalvills“ als vorkommende Varietät erwähnt, die sich von diesem nur durch die mehr eiförmige Form, durch weniger hervortretende Rippen und durch fast aufsitzendem Kelch unterscheidet. (Diel II, 1).

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, 65-77 mm hoch, 70-83 mm breit, sie scheint oft hochgebaut zu sein, obwohl die Breite (5-10 mm) stets überwiegt, oft breit walzenförmig oder eiförmig bis abgestumpft kugelig, zur Kelch und Stielfläche annähernd gleich stark abgerundet, mittelbauchig, deutlich ausgeprägte Rippen ziehen mehr oder weniger flach über die ganze Frucht. Hälften meist ziemlich gleich, Querschnitt kantig.

SCHALE: #

Ist glatt, geschmeidig, schwach fettig am Lager werdend. Grundfarbe ist zuerst grünlichgelb, später gelb, diese ist an reifen Früchten oft nur an kleinen Stellen bis maximal 1/4 der Frucht schattenseitig sichtbar. Deckfarbe an Schattenseite der Frucht rot bis dunkelrot verwaschen gestreift, wobei die Grundfarbe kaum sichtbar ist, auf der Sonnseite dunkel- bis schwarzrot. Schalenpunkte sehr zahlreich, als helle gelbliche feine Punkte, besonders sonnseits deutlich, ähnlich der Punktierung des Roten Herbstkalvills. KELCH: Ist halboffen bis offen, mit oft breit angesetzten, nach innen geneigten, aufrechten, mittellangen, grünlichen, bewollten Blättchen; Kelcheinsenkung ist sehr flach mit einer charakteristischen Fältelung und Rippung, wobei im Abstand von 4-6 mm um die Kelchblättchen kleine Querfurchen und Vertiefungen verlaufen. Von hier gehen auch mehr oder weniger stark ausgebildete Rippen aus, die sich über die Frucht bis zur Stielgrube ziehen, Kelchfläche ist breit und gerippt, Kelchröhre ist außergewöhnlich breit (3-10 mm) und schlauchartig, bräunlich schuppig berostet, oft offen ins Kernhaus reichend.

STIEL: #

Ist mittellang, 17- seltener 27 mm, mitteldick, holzig bewollt, Stielgrube ist tief eng und nur im tieferen Grund schwach strahlig, hellbraun berostet, mitunter auch unberostet. Stielgrubenrand gewellt bis höckerig.

FRUCHTFLEISCH: #

Ist gelblichweiß, in manchen Jahren auch stellenweise mehr oder weniger gerötet, vornehmlich in der Kelchregion, mittelfeinzellig, locker saftig, leicht gewürzt, mild harmonisch süßsäuerlich.

KERNHAUS: #

Ist groß, mittelständig, zwiebelförmig, Achse hohl, gegen Kammern schwach bis sehr weit geöffnet, mit vielen gut ausgebildeten Kernen, diese sind braun, länglich oval zugespitzt.

BAUMEIGENSCHAFTEN: #

Der Wuchs ist nicht so stark wie der des Roten Herbstkalvills (nähere Angaben sind nicht möglich, da nur ein Baum in Heckenerziehung auf Typenunterlage zur Beurteilung vorliegt). GEEIGNETE BAUMFORM: Sind Hoch- und Halbstamm auf Sämlingsunterlage, ebenso geeignet für kleinere Baumformen auf Typenunterlage sowie Heckenerziehung.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE: #

Sollte auf guten nährstoffreichen, mäßig feuchten Böden gepflanzt werden, neigt unter gleichen Verhältnissen nicht so leicht zum vorzeitigen Fruchtfall (Vergleich Roter Herbstkalvill), für warmes Obstbaugebiet geeignet.

POLLENSPENDER: #

Hiezu liegen keine Versuchsergebnisse oder Literaturangaben vor.

PFLÜCKREIFE: #

Ende September bis Anfang Oktober.

GENUSSREIFE: #

Ende Oktober bis Ende Dezember, teils bis Ende Jänner.

LAGEREIGENSCHAFTEN: #

Sorte hat gewisse Ähnlichkeit mit Rotem Herbstkalvill, wird bei Überreife aber nicht mehlig wie dieser , bleibt saftiger, am Lager schwach fettig werdend, Schale färbt am Lager nach, behält unter günstigen Lagerverhältnissen sehr gute Qualität bis in den Jänner hinein. Bisweilen bei Früchten Fäulnis im Kernhaus durch oft offene Kelchröhre.

ERTRAG UND EIGNUNG: #

Ist sehr ertragreich, alterniert nicht in dem Maße wie der Rote Herbstkalvill.

PFLEGEHINWEISE: #

Wichtig ist der Aufbau einer tragfähigen Krone.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT: #

Ist sehr gesund und widerstandsfähig gegen Krankheiten.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)