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Erdberg, Wien 3#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Erdberg
Erdberg auf dem Plan von Carl Graf Vasquez, um 1830.
Foto: Peter Gugerell. Aus: Wikicommons

Das Dorf "Erdpurch" wird bereits 1192 urkundlich erwähnt, eine Kirche im 13. Jahrhundert. Namensgebend war eine aus Erde gebaute Befestigung in der Gegend des Kardinal-Nagl-Platzes. Das neben der "Erdburg" und der Kirche entstandene Dorf erstreckte sich im Bereich Erdbergstraße, Apostelgasse, Schwalbengasse, Dietrichgasse. Die ersten Siedler waren Weinbauern und Gärtner. Später lebten die Bewohner von Obst- und Gemüsebau, Milchwirtschaft, Fuhrwesen und Donaufischerei. Im 13. Jahrhundert betrieb das Stift Heiligenkreuz hier eine Mühle.

Um 1800 brachte ein Donaukanaldurchstich eine Änderung. Nun konnte das bisher nur über eine Brücke erreichbare Erdberger Mais (Jungwald) abgedämmt und parzelliert werden, wodurch neue Gemüsegärten entstanden. Die zugehörigen Bauernhöfe (Streckhöfe) standen, dann großteils verfallen, bis ins 20. Jahrhundert. An ihrer Stelle entstanden Gemeindebauten, wie der Erdberger Hof, eines der ersten kommunalen Wohnhäuser der Zwischenkriegszeit. 1956 begann eine großflächige Assanierung. Ab den 1980er Jahren kamen am Donaukanal Bundesgebäude dazu, wie Post, Zollamt, Staatsarchiv und der U-Bahn-Betriebsbahnhof.

Die Erdberger Kirche zu den Heiligen Peter und Paul ist ein nüchterner barock-frühklassizistischer Bau. Ihre erhöhte Lage auf einem Hügel an der Erdbergstraße, Ecke Apostelgasse prägt das Straßenbild. Vermutlich stand hier schon um 1234 eine Kapelle, die 1353 urkundlich erwähnt wird. Das Gotteshaus wurde in beiden Türkenbelagerungen zerstört, 1700-1726 erfolgte der Neubau. Er enthält zwei barocke Seitenaltäre und vier Barockstatuen. Davor steht seit 1977 eine barocke Sandsteinfigur des hl. Johannes Nepomuk von einem alten Erdberger Haus.

Das Wappen zeigt zwei Erdbeerblüten und darüber eine Erdbeere.


--> Liste der Wiener Vorstädte

Quelle#


  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien

Redaktion: hmw