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Die Kapuziner im Färberhaus#

Zentrum der Gegenreformation

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Färberhaus
Das Färberhaus in Bad Goisern.
© Hilde und Willi Senft

Was haben die Ordensbrüder dort verloren? Dabei müsste es wohl richtig heißen: „Die Färber im Kapuzinerhaus", doch die Ortshistoriker von Bad Goisern Bad Goisern, Steiermark haben diesem interessanten Objekt in ihrem Büchlein „Goiserer Geschichten" eben jene Überschrift zugedacht und sind uns die Erklärung hierfür nicht schuldig geblieben:

Viele Bauwerke im Ortszentrum tragen seltsame Namen - Gassenbauernhaus, Bösenännerlhaus, Trautlhanslhaus oder Lippenfranzlhaus. Unser Gebäude, das die Jahreszahl 1594 trägt, hat man früher auch als „Kapuzinerhaus" bezeichnet: ein Hinweis darauf, dass es sich um ein Zentrum der Gegenreformation handelte. Die in Traunkirchen residierenden Jesuiten hatten damals Kapuzinermönche zu den glaubensabtrünnigen Bergknappen ins Innere Salzkammergut geschickt, um den katholischen Glauben mit harter Hand wiedereinzusetzen.

Die spätere Bezeichnung des Hauses geht auf das 19. Jahrhundert zurück: Damals betrieb der Färbermeister und „Cottondrucker" Josef Steinbrecher darin eine „Indigofärberei". Die Leinwand bezog er von den Webern, die den Flachs der Goiserer Bauern auf ihren Webstühlen verarbeiteten. Unter dem Giebelvordach sind noch heute die Stangen zu sehen, auf denen das gefärbte Leinen zum Trocknen aufgehängt wurde.

Wandervorschlag#

Eine Besteigung des HOCHKALMBERGES(1.883 m) bei Bad Goisern ist eine lohnende Bergtour, bei der man sich auch mit dem Erreichen der unterwegs liegenden Goiserer Hütte, (1.569 m, von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet) durchaus begnügen kann. Wir starten in Ramsau bei Bad Goisern und folgen der Markierung Nr. 880 bis zur Trockentann-Alm. Weiter geht es in Serpentinen durch Wald aufwärts und schließlich im Schrofengelände zur Hütte, die wir nach 2 1/2 Std. erreichen. In einer weiteren 3/4 Std. gelangen wir von ihr über den Pfad Nr. 888 zum Gipfelkreuz und haben eine wunderschöne Aussicht über den Dachstein zum Großglockner und bis zu den Berchtesgadener Alpen (Kompaß WK. Nr. 20).

Quellen#

  • Hilde und Willi Senft: Geheimnisvolles Salzkammergut. Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Leopold Stocker Verlag, Graz 2002; 2. Auflage 2003.


Redaktion: Hilde und Willi Senft