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Frühe Französische#

Schwarze Herzkirsche#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Frühe Französische
Frühe Französische
© Arche Noah
Frühe Französische
Frühe Französische
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Es wird angenommen, daß diese Sorte aus Frankreich stammt und von dort nach Süddeutschland gelangte. Es kam dann zur weiteren Verbreitung, wobei vermutlich auch zum Teil ihre Abkömmlinge (Sämlinge oder Mutationen) verbreitet wurden. Die abgebildeten Früchte stammen von Straßenobstbäumen im östlichen Weinviertel.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

die Frucht ist mittelgroß, bei gepflegten Bäumen und geringerem Behang auch groß (Höhe 21 – 23 mm, Breite 20 – seltener 24 mm, Dicke 18 – 21,5 mm), bei ungepflegten Bäumen mit Überreichem Behang dann klein bleibend H 18,6, B 17,4, D 16,5 mm, oval bis herzförmig, mehr oder weniger unregelmäßig, gegen den Stempelpunkt stärker verjüngt, Rückenseite leicht gewölbt oder auch glatt zum Stempelpunkt abfallend, Bauchseite stärker gewölbt. Bauchnaht ist sehr fein, oft kaum bemerkbar, selten gut ausgeprägt, bei vollreifen Früchten ohne Farbdifferenz, vorher etwas dunkler als übrige Frucht. Stempelseite gerundet, Stempelpunkt hellgraubraun, klein bis mittelgroß, liegt zumeist in flachem, manchmal auch tieferem Grübchen, selten auch noch mit anhaftendem eingetrockneten Griffel.

FRUCHTGEWICHT:#

2,8 – 4 g

HAUT:#

dunkelbraun bis tiefbraunschwarz, vollreif tiefschwarz, matt glänzend.

FRUCHTFLEISCH:#

ist weich bis höchstens mittelfest, saftig, angenehm mild gewürzt, süß säuerlich mit wenig Aroma. Fleisch vollreif schwarzrot, Saft stark rot färbend

STEIN:#

ist verhältnismäßig groß, H 10,2 – 11,2 mm, B 5,5 – 6,4 mm, D 7,5 – 8,5 mm, glatt, oval bis eiförmig, ohne oder nur schwach ausgebildetes Spitzchen. Die Stielseite ist regelmäßig gewölbt, die Rückenlinie nur schwach hervortretend, meist mit schwach ausgebildeten Runzeln versehen, der Wulstansatz ist schmal, kammförmig, erreicht zumeist die Scheitelhöhe, überschreitet diese aber selten, Seitenwülste sind gebogen bis leicht geschweift, teils schwache Nebenwülste, Zwischenwülste stumpf, Mittelwulst scharf.

STIEL:#

ist sehr lang, 40 – 55 mm, dünn, meist ist das Stielscheibchen, oft auch der beginnende Stielansatz rötlich gefärbt. Stieleinsenkung eng, mitteltief, zur Bauchnaht schräg abfallend, nicht oder kaum ausgerandet.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Unter günstigen Standortverhältnissen auf tiefgründigen Löß und Lehmböden, warmen Lagen (Weinviertel) ist die Sorte stark wachsend, ansonsten mittelstarker Wuchs. Der Baum bildet aufstrebende hochkugelige Kronen, die Äste bleiben teilweise dünn, die Fruchttriebe sind daher eher hängend. Blätter sind langoval, mit teilweise doppelter spitzer bis abgerundeter Zahnung. Der Stiel ist großteils auf der Oberseite gerötet bzw. rötlichbraun.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE:#

liebt tiefgründige Böden in warmen Lagen, in ärmlichen Böden und frostgefährdeten Lagen leidet die Sorte unter Gummifluß und befriedigt im Ertrag nicht, ungeeignet in Gebieten mit schweren Böden.

BLÜTE:#

sie erscheint früh, hält lange an, ist etwas empfindlich gegen Witterungseinflüsse.

BEFRUCHTERSORTEN:#

Früheste der Mark, Große Prinzessinkirsche, Schattenmorelle.

REIFE:#

Ende der 1. und in der 2. Kirschwoche (3 – 4 Tage nach Früheste der Mark)

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Unter günstigen Standortverhältnissen jährlich überreich tragend. Die Fruchtbarkeit beginnt unter solchen Verhältnissen früh. Eignet sich vor allem als frühe Tafelfrucht.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)