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Franz Xaver Gruber - Museum#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Franz Xaver Gruber
Franz Xaver Gruber. Gemälde von S. Stief, 1846 (Stille-Nacht-Museum, Hallein), für AEIOU
© Stille-Nacht-Museum, Hallein

Franz Xaver Gruber wurde als fünftes Kind eines Leinwebers am 25. November 1787 in Unterweitzberg (Gemeinde Hochburg-Ach, Oberösterreich) geboren.


Schon früh wurde seine musikalische Begabung erkannt. Als 18-Jähriger begann Gruber eine musikalische Ausbildung beim Stadtpfarrorganisten Georg Hartdobler im nahegelegenen Burghausen, absolvierte im folgenden Jahr eine Lehrerausbildung in Ried im Innkreis und bestand 1807 die Lehrbefähigungsprüfung.

1807 erhielt er eine Stelle als Lehrer, Organist und Messner in Arnsdorf: er wohnte und unterrichtete in der Schule von Arnsdorf, nahe Oberndorf bei Salzburg und war dort auch Mesner der Wallfahrtskirche Maria im Mösl.
(Die Schule Arnsdorf ist die älteste noch genutzte Schule Österreichs, in ihr werden derzeit noch zwei Klassen unterrichtet; das ursprüngliche Mesnerhaus dient heute als Museum.)


1816 übernahm er zusätzlich die freiwerdende Organistenstelle der St. Nikolaus-Pfarrkirche in Oberndorf. Hier freundete er sich mit Joseph Mohr an und komponierte zwei Jahre später (1818) das Lied "Stille Nacht! Heilige Nacht!"

In der Oberndorfer Pfarrkirche erklang also während der Christmette 1818 erstmals dieses wohl bekannteste Weihnachtslied der Welt, gesungen von seinen beiden Schöpfern, mit der Gitarre begleitet von Josef Mohr.


Gruber war später noch einige Jahre Lehrer in Berndorf und wechselte im Jahr 1835 nach Hallein. Dort wirkte er als Stadtpfarr-Chorregent bis zu seinem Tode am 7. Juni 1863.



In seiner Heimatgemeinde Hochburg-Ach Hochburg-Ach ist ihm ein eigenes Museum gewidmet - das Franz Xaver Gruber - Gedächtnishaus: die rund 250 Jahre alte hölzerne "Webersölde", die das kleine Museum beherbergt, ist in Stil und Form mit Franz Xaver Grubers Geburtshaus ident. Einrichtung und Ausstattung des Heimathauses Hochburg illustrieren die frühere bäuerliche Wohn- und Arbeitswelt. Der hier gezeigte Webstuhl stammt aus Grubers Geburtshaus, der 1927 abgetragenen "Steinpöltsölde".

Neben dem Leben Franz Xaver Grubers wird auch die Verbreitung des weltberühmten Weihnachtsliedes "Stille Nacht" dokumentiert.



Die Entstehung des Weihnachtsliedes "Stille Nacht! Heilige Nacht!" ist von zahlreichen Anekdoten und Legenden umrankt.
Fest steht, dass der Text 1816 von Joseph Mohr in Mariapfarr im Salzburger Lungau verfasst und zwei Jahre später von Franz Xaver Gruber mit einer Melodie versehen wurde. Die "Urfassung" des Lieds ist nicht erhalten geblieben, lässt sich aber aufgrund einer eigenhändigen Niederschrift des Textdichters Mohr und Abschriften rekonstruieren.
Im Laufe der Zeit war das Lied zahlreichen musikalischen und textlichen Umgestaltungen unterworfen und wurde in über 300 Sprachen übersetzt und adaptiert. Immer wieder wurden neue Arrangements und Abschriften herausgegeben.
"Stille Nacht! Heilige Nacht!" bahnte sich über das Tiroler Zillertal (wahrscheinlich durch die Sängerfamilien Rainer aus Fügen und Strasser aus Laimach) den Weg ins restliche Europa, nach Amerika und in die übrige Welt. Wie und wann genau das Lied ins Zillertal kam, ist nicht restlos geklärt - vielleicht durch den Orgelbauer Carl Mauracher, der 1821 mit der Reparatur der Orgel in Arnsdorf - bei Gruber - beschäftigt war.

Das Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" bildet auch heute für viele Menschen der ganzen Welt einen Fixpunkt des Heiligen Abends und ist aus Feiern im Familien- und Freundeskreis oder kirchlichen Feiern, insbesondere der Christmette, nicht wegzudenken.

Im Frühjahr 2011 wurde "Stille Nacht! - das Lied zur Weihnacht" in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen.

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl