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Gämse (Rupicapra rupicapra rupicapra) #

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Gämse im Spätherbst, Leoganger Steinberge, Tirol., Foto: Stefanski. Aus: Wikicommons unter CC
Gämse im Spätherbst, Leoganger Steinberge, Tirol.
Foto: Stefanski. Aus: Wikicommons unter CC
Gämse
Nebelstimmung am Zirbeneck, im Vodergrund eine Gämse im Haarwechsel.
© Fritz Bayerl
Gämse
Gämse am Hochschwab.
© Fritz Bayerl

Klasse: Säugetiere/Mammalia

Ordnung: Paarhufer/Artiodactyla

Familie: Hornträger/Bovidae


Beschreibung: Kopfrumpflänge 110-130cm; Schwanzlänge 3-4cm; 30-50kg, die weiblichen Tiere sind erheblich schwächer. Sie werden 20-25 Jahre alt. Das Sommerkleid ist rötlichbraun mit schwarzem Strich vom Nacken bis zur Schwanzwurzel. Das Winterkleid ist schwarzbraun. Der Kopf ist gelblichweiß mit breitem, braunem Augenstreif bis zum Mundwinkel. Die Rückenhaare sind steif und lang. Sie werden bei Erregung gesträubt. Das Gehörn (Krickel, Krucken) ist beim Bock stärker hakig gekrümmt und von vorne gesehen nicht so stark seitlich nach außen geneigt wie beim Geiß. Die Haupthufe ist scharfkantig, gummiartig weich, weit spreizbar und sehr haftfähig. Die Böcke haben hinter den Hörnern Duftdrüsen zur Reviermarkierung. Gämsen haben sehr scharfe Sinne.

Lebensweise: Gämsen sind tagaktiv, scheu und vorsichtig, aber neugierig. Sie klettern und springen, ruhen zu Mittag. Sie sind sehr gesellig und leben in großen Rudeln oft zu 100 und mehr Geißen und Jungtieren, die von jeweils einer alten erfahrenen Geiß geführt werden. Nur alte Böcke sind Einzelgänger.

Fortpflanzung: Brunftzeit ist im November und Dezember. Es werden heftige Rivalenkämpfe ausgetragen, die oft zu tödlichen Verletzungen führen. Zwischen Mai und Juni nach 25-27 Wochen Tragzeit wird ein Kitz (selten zwei) geboren, das sogleich der Mutter folgt und 6 Monate gesäugt wird. Das Kitz ist sehr munter und spielfreudig. Mit 2 ½ Jahren werden sie geschlechtsreif.

Lebensraum: In allen gebirgigen Teilen Österreichs, im Voralpengebiet nur selten. Die Schlafplätze und Winterquartiere befinden sich tiefer im lawinensicheren Bergwald. Sie ernähren sich von Gräsern und Blumen der Bergwiesen, Zwergsträuchern, Moosen und Flechten. Im Winter vorwiegend von Knospen, Nadeln, Rinde und Beeren.


Quellen#

  • Naturführer Österreich" (1981) von Herbert Schliefsteiner et al.


Redaktion: K. Ziegler