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Gelbe Eierpflaume#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Gelbe Eierpflaume
Gelbe Eierpflaume
© Arche Noah
Gelbe Eierpflaume
Gelbe Eierpflaume
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Bei ihr handelt es sich um eine alte französische Sorte, die in der Nähe von Besancon (Ostfrankreich, nahe der Schweizer Grenze) entstanden sein dürfte und schon von J. Baulim 1650 in seiner „Historia plantarum“ beschrieben wurde. Sie galt damals als die größte aller Pflaumen und ist vermutlich auch deswegen so weit verbreitet worden. Sie führt eine große Anzahl synonymer französischer, englischer und deutscher Namen, z.B.: Gelbe Marunke, Albertus-Damen-Pflaume, Gelbe Malonke, Webertutten, Weiße Kaiser-Pflaume, u.a..

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Die Frucht ist groß, eiförmig-oval, die vorliegenden Früchte waren 44 -53 mm hoch, 34 -36 mm breit und dick, nach Literaturangaben kann sie jedoch auf guten Standorten bedeutend größer werden (55/46 mm), auf der Furchenseite etwas gedrückt, auf der Gegenseite leicht höher gewölbt. Die Furche ist mitunter durch die weißliche Bereifung nur undeutlich wahrnehmbar, meist jedoch als sehr schwacher violettblauer Strich zu erkennen, gegen den Stempelpunkt zu oft leicht vertieft, der Stempelpunkt ist klein, sitzt an der Spitze, bisweilen am Ende einer seichten Vertiefung der Fruchtnaht, ist hellbraun.

STIEL:#

Ist ziemlich lang, 22 - 33 mm, mitteldick bis dick, grün, fein bewollt, sitzt mit dem Scheibchen in einer mäßig tiefen Vertiefung, die stets zur Bauchnaht hin schräg abfällt, manchmal sitzt am Stielende ein kleines Beiblättchen.

FRUCHTHAUT:#

Ist ziemlich dick und fest, abziehbar, etwas durchscheinend, zuerst grünlichgelb, bei Vollreife wachsgelb, bisweilen mit vereinzelten roten Punkten oder auch Rostflecken besetzt, säuerlich schmeckend, Duft ist dünn abwischbar, weißlich.

FRUCHTFLEISCH:#

Ist gelblich, vollreif ziemlich weich, mit Fasern durchzogen, mittelmäßig saftig, in günstigen sonnenreichen Jahren von recht gutem süßen Geschmack, wobei der von der Schale säuerliche Nachgeschmack etwas überdeckt. In kühlen, nassen Sommern wässrig sauer und geschmacklos.

STEIN:#

Löst nicht oder nur schlecht vom Fruchtfleisch, ist langoval, gegen Stielansatz etwas zugespitzt, ziemlich groß, 28 - 30,5 mm hoch, 9 - 10 mm breit, 15 - 17,5 mm dick, die Hauptkante tritt etwa 2,5 mm über die Nebenkanten hervor, ist scharf, die Nebenkanten sind unterschiedlich, mitunter auch gut ausgebildet mit danebenliegender, vom Stielansatz bis zur Spitze gehender Furche, die Backen sind rauh, der Rücken des Steines ist durchgehend gespalten, der Stielansatz wirkt leicht ausgezogen.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Der Baum ist stark wachsend hochgehend, etwas frostempfindlich, das Blatt oval, einfach und auch doppelt gezahnt, mit unterschiedlich ausgebildeter Spitze, abgerundet und auch lange ausgezogen, es greift sich wegen seiner Bewollung sowohl auf Ober- als auch Unterseite weich-samtig an.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE:#

Die Sorte verlangt guten Boden und warme Lage, ansonsten werden die Früchte nicht reif und bleiben fast ungenießbar. In kühlen und ungünstigen Gebieten sollte die Sorte nicht gepflanzt werden.

POLLENSPENDER:#

Hiezu liegen keine Untersuchungsergebnisse bzw. Literaturangaben vor.

PFLÜCKREIFE:#

Ist im ersten Drittel September, kann lange hängen bleiben und haftet fest am Baum, faulen jedoch leicht bei nasser Witterung.

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Sorte trägt jährlich und sehr reich, ist hauptsächlich für Frischverzehr als Tafelfrucht geeignet.

PFLEGEHINWEISE:#

Aufgrund des hochgehenden und starken Wuchses ist vor allem die Jugenderziehung wichtig, um durch Abspreizen und Formieren der Leitäste den Baum auch in die Breite zu erziehen.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

Neigung zum Faulen der Früchte (da oft in Büschel hängend), vor allem bei nasser Witterung, ansonsten gesund.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)