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Die - fast - tausendjährige Gerichtslinde von St. Georgen im Attergau#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Die 'tausendjährige' Gerichtslinde von St. Georgen., © Hilde und Willi Senft
Die "tausendjährige" Gerichtslinde von St. Georgen.
© Hilde und Willi Senft

Fährt man von einem See zum andern, in diesem Fall vom Attersee zum Mondsee, dann steht man unterwegs in St. Georgen St. Georgen im Attergau, Steiermark berührt und nachdenklich vor der noch immer grünenden Baumruine der uralten Taiding-Linde mit ihrem Stammesumfang von neun Metern.

Hier wurde Politik gemacht, Recht gesprochen, wurden heilige Schwüre geleistet, Delinquenten verurteilt, und bei großen Festen wurde wohl auch fröhlich „um die Linde getanzt"...

In einem kleinen, von den St. Georgener Bürgern gepflegten Park trotzt dieser mächtige Baum seit fast eintausend Jahren den Stürmen und Blitzen und, seit dem letzten Jahrhundert, auch dem Verfall. Aber keine Sorge: Obwohl zum Teil nur mehr äußere Stammhülle, ist die Borke noch gesund, und so treibt die ehrwürdige Linde Jahr für Jahr nach wie vor frisches grünes Laub, und einzelne Äste erreichen noch immer eine Höhe von dreißig Metern. Ad multos annos!

Eine kleine Inschrift am Stamm drückt das Geschehen rund um die Linde aus:

Um 1114 gepflanzt, Saß der Amtmann von hier zu Gericht.
Erscheinen zum Taiding war jedermanns Pflicht!
Hat mancher Jammer mich böse erschreckt, Gottlob, daß zuweilen ich Schönres erlebt.
Wenn Jugend sich fand zum Reigen hier ein.
Wenn Fideln erklangen und fröhlich Schalmein...

Quellen#

  • Hilde und Willi Senft: Geheimnisvolles Salzkammergut. Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Leopold Stocker Verlag, Graz 2002; 2. Auflage 2003.


Redaktion: Hilde und Willi Senft