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Gravensteiner#

Herbstapfel#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Gravensteiner
Gravensteiner
© Arche Noah
Gravensteiner
Gravensteiner
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Vermutlich ein Zufallssämling von Schloß Gravenstein in SchleswigHolstein ausgehend. Er ist in den Ostseeküstenländern stark angepflanzt worden und hat von dort aus seine Verbreitung gefunden. Es gibt von ihm verschiedene Spielarten, von denen der Rote Gravensteiner am meisten bekanntgeworden und der Blutrote Gravensteiner am schönsten gefärbt ist.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Mittelgroßer bis großer, breitkugeliger bis hochrunder, ungleichmäßig gebauter Apfel. Gut ausgebildete Früchte sind etwa 60 – 65 mm hoch und 78 mm breit. Einzelne Rippen und Wölbungen treten stark hervor, mittelbauchig, kelchwärts stärker verjüngt, Querschnitt teils kantig.

SCHALE:#

ist glatt, fettig werdend, grünlich bis gelb, später lebhaftgelb, sonnenseits karmesinrot gestreift und punktiert, die Röte kann bei einzelnen Früchten und ungünstiger Lage auch fehlen. Die Frucht welkt nicht und hat einen ausgezeichneten, nur dem Gravensteiner eigenen Geruch, druckempfindlich.

KELCH:#

ist halboffen bis geschlossen, Blättchen lange grünbleibend, auffallend groß und lang, bewollt, in nicht allzu weiter, tiefer, mit Falten und Rippen umgebener Einsenkung, zumeist mit strahliger bis schuppiger Berostung. Die von hier ausgehenden Rippen laufen flach über die Frucht bis zur Stielfläche. Rand leicht gewellt.

STIEL:#

ist kurz, kräftig, braungrün in einer mittelweiten, trichterförmig verengten Höhle. Meist strahlig berostet, selten unberostet. Rand leicht gewellt bis höckrig. FRUCHTFLEISCH: ist hellgelb, zur Schale zu mehr gelb, sehr mürbe, saftig, feinweinig edel gewürzt.

KERNHAUS:#

ist klein, mittelständig, zwiebel bis spindelförmig, offen, zu den Kammern mehr oder weniger weit geöffnet, wenige Samen enthaltend, diese sind groß, zugespitzt, oft schlecht ausgebildet.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Der Baum wächst sehr stark, dies auch noch im Alter, bildet hochgewölbte Kronen und erreicht einen bedeutenden Kronenumfang, kann bis zu 100 Jahre alt werden.

GEEIGNETE BAUMFORM:#

Hoch- und Halbstamm, sowie der Busch. Für kleine Baumformen ungeeignet, da der Baum nach kurzem Fruchtholzschnitt keine Blütenknospen bildet.

BODEN UND KLIMAANSPRÜCHE:#

An den Boden stellt die Sorte hohe Ansprüche. Er muß auch im Sommer genügend feucht sein. Ebenso liebt der Gravensteiner ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit und gedeiht an Wasserläufen am besten.

BLÜTE:#

Er blüht sehr früh und hat eine sehr große, schneeweiße Blüte, gegen Witterungseinflüsse empfindlich (Spätfrost, Winterfrost).

POLLENSPENDER:#

Pollen ist schlecht (triploid).

BEFRUCHTERSORTEN:#

Ananasrenette, Berner Rosen, Boikenapfel, Croncels, Gelber Edelapfel, Ingrid Marie, James Grieve u. a.

PFLÜCKREIFE:#

Ende August bis Mitte September, Früchte reifen nicht gleichzeitig. Starker Vorerntefruchtfall, der aber gut verwertet werden kann.

GENUSSREIFE UND HALTBARKEIT:#

August bis November, in gutem Naturkeller bis November, Neigung zu Stippigkeit.

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Ertragshöhe ist mittelmäßig, beginnt spät zu tragen, Alternanzneigung, ausgezeichneter Tafelapfel und sehr guter Wirtschaftsapfel.

PFLEGEHINWEISE:#

Nur mäßiger Aufbauschnitt notwendig. Nebentriebe zur Fruchtholzbildung unbeschnitten lassen.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

Sorte gilt als schorf- und mehltauanfällig



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)