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Hütteldorf, Wien 14#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Wappen., Foto: Hieke. Aus: Wikicommons
Wappen.
Foto: Hieke. Aus: Wikicommons

Der alte Vorort Hütteldorf erstreckte sich in der Mitte des heutigen 14. Wiener Gemeindebezirks (Penzing) zwischen Hadersdorf-Weidlingau, Baumgarten und Breitensee. Es grenzt an die Nachbarbezirke Hietzing und Ottakring. Der Satzberg (435 m), der Hüttelberg (354 m) sowie das Erholungsgebiet Steinhof im Ortsgebiet gehören zum Wienerwald. Durch Hütteldorf fließen die Wien und die Wienerwaldbäche Halterbach und Rosenbach. Die U4 und die S-Bahn fahren nach Hütteldorf.

Bei der Siedlung Jägerwald entdeckten Archäologen Hügelgräber mit Beigaben aus Ton und Metall. Das mittelalterliche Zeilendorf befand sich zwischen den Bächen im Gebiet Satzberggasse - Hüttelbergstraße. Nach Rodung des dichten Waldes nützten die Bewohner den Boden für Weingärten, Ackerbau und Viehzucht. Sie konnten sich nicht retten, als die Türken 1529 den Ort niederbrannten. Schon 1599 erhielt die Hütteldorfer Mühle eine Brauberechtigung. Die Brauerei, die bis 1937 bestand, war im 19. Jahrhundert ein gern besuchtes Ausflugsziel. In ihrem Konzertsaal spielten die Kapellen von Josef Lanner und Johann Strauß.

Die Hütteldorfer Pfarrkirche "Zum hl. Andreas" (Linzer Straße 424) ist ein neugotischer Sichtziegelbau mit einem 43 m hohen Turm aus den Jahren 1881/82. Architekt war Richard Jordan. Der erste Vorgängerbau wurde gegenüber 1356 bereits als Pfarrkirche errichtet und nach Zerstörungen 1693 erneuert. Im Zuge der josephinischen Reformen erhielt das Gotteshaus den Hochaltar der aufgelassenen Kartause Mauerbach, der dann in die Kaiserjubiläumskirche bei der Reichsbrücke kam. Anstelle der demolierten alten Kirche und ihres Friedhofs entstand ein Park. 1949 wurde die Kirche St. Josef am Wolfersberg (Anzbachgasse 89) und 1974 die Kordonkirche geweiht. Beide sind Werke des Architekten Ladislaus Hruska.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Hütteldorf zählen die beiden Villen des Architekten Otto Wagner. Die Villa Wagner I, 1886 bis 1888 als Sommersitz errichtet, ist seit 1972 im Besitz des Malers Ernst Fuchs und beherbergt sein Privatmuseum. Das 1977 eröffnete Weststadion ist die Heimstätte des SK Rapid Wien. Benannt ist es nach dem Architekten und Fußballspieler Gerhard Hanappi (1929-1980), der es plante.

Das Wappen zeigt eine Stadtmauer mit Tor und Turm.


--> Liste der Wiener Vororte

Quellen#



Redaktion: hmw