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Hadersdorf, Wien 14#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Wappen., Foto: DasSchORscH. Aus: Wikicommons
Wappen.
Foto: DasSchORscH. Aus: Wikicommons

Der alte Vorort Hadersdorf lag am Übergang des Mauerbachtales in das Wiental, im Westen Wiens. Hadersdorf war eine selbstständige Gemeinde, die 1850 zur Ortsgemeinde Hadersdorf-Weidlingau vereinigt wurde. Ein kleiner Teil kam 1892 zum 13. Wiener Gemeindebezirk, erst 1938 erfolgte die Eingemeindung (zum 14. Bezirk). Die Westbahn und die S-Bahn fahren durch Hadersdorf.

Der Ort dürfte im 11. Jahrhundert entstanden sein und war zeitweise in landesfürstlichem Besitz. Wie die anderen Wienerwaldgemeinden litt er in den Türkenbelagerungen. Das Hadersdorfer Schloss (Mauerbachstraße 43) war im Mittelalter Herrensitz, dann Amtssitz des Forstmeisters für den Wienerwald. 1776 erwarb der Feldherr Ernst Gideon Frh. v. Loudon (1717-1790) mit Unterstützung Kaiserin Maria Theresias das Wasserschloss, ließ es modernisieren und einen Landschaftsgarten anlegen. Im Festsaal befinden sich - aus einem Niederösterreichischen Besitz übertragene - Fresken von Johann Bergl. Das klassizistische Grabmal Loudons, im früheren Schlosspark, steht jetzt am Rand der Mauerbachstraße.

Eine Sehenswürdigkeit in Hadersdorf ist die 1639-1655 erbaute Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariabrunn mit dem ehemaligen Augustinerkloster. Der älteste Wallfahrtsort in der Wiener Umgebung ist mit einer Legende verknüpft. Königin Gisela, die Witwe des heiligen Stephan von Ungarn, soll durch das Wasser des Brunnens geheilt worden sein, in dem man eine Marienstatue fand. Der Barockbrunnen neben der Kirche, dessen Aufbau eine Nachbildung der Statue krönt, bezieht sich darauf. Im Kloster lebten bis 1828 die Unbeschuhten Augustiner Eremiten (Augustiner Barfüßer) . Danach kam die kaiserliche Forstakademie in das Klostergebäude, in der unter anderem Josef Ressel, der Erfinder der Schiffsschraube, studierte. Heute befindet sich darin das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft.

Das Wappen zeigt die Madonna von Mariabrunn.

Quellen#


Redaktion: hmw