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Haussegen#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Haussegen sind in der christlichen Volkstradition Segenssprüche für das Heim, die im Haus oder am Haus angebracht werden. Sie sollen das Haus, den gesamten Besitz und alle Bewohner unter den Schutz Gottes stellen.


Manche Haus-Inschriften geben nur die Namen der Erbauer an und einen frommen Spruch oder eine Mahnung, manche Sprüche enthalten eine Bitte um Schutz gegen Feuer, Wasser, gegen Feinde und den Neid der Mitmenschen.


Im 19. Jahrhundert stellte man katholische und evangelische Haussegen massenhaft als Lithographien und in anderen Techniken, auf Blech, Glas, Holz, teils handkoloriert oder gemalt her. Großer Beliebtheit erfreuten sich gegen Ende des Jahrhunderts auch gestickte Haussegen.

Außerdem waren geschnitzte Haussegen üblich, die vor dem Herrgottswinkel über dem Stubentisch an der Decke hingen. Zur Weihnachtszeit wurde der Haussegen abgenommen und an seiner Stelle der Christbaum aufgehängt; danach wurde der Haussegen wieder zurückgehängt. In der Steiermark wurde der alte Haussegen verbrannt, die Asche auf dem Acker verstreut und wieder ein neuer Haussegen vom Vorknecht geschnitzt.



Auch heute gibt es noch einige wenige Personen, die dieses Kunsthandwerk beherrschen: eine Houanzlbank (Heinzelbank), ein Roafmesser (Rindenmesser, Zugmesser), eine Laubsäge, einige Küchenmesser sind die wichtigsten Werkzeuge, um aus dem grünen Holz der Zitterpappel und des Haselnußstrauches die verschiedenen Haussegen (und Heiligengeisttauben) zu fertigen.

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl